Fußball-Bundesliga

Nach Stolperstart will Freiburgs Matanovic im «Flow» bleiben

Igor Matanovic tut sich nach seinem Wechsel von Eintracht Frankfurt zum SC Freiburg zunächst schwer. Nun tritt der Mittelstürmer immer stärker auf und will das auch gegen seinen Ex-Club zeigen.

Gegen den 1. FC Köln erzielte Freiburgs Stürmer Igor Matanovic den 2:1-Siegtreffer. Foto: Silas Stein/dpa
Gegen den 1. FC Köln erzielte Freiburgs Stürmer Igor Matanovic den 2:1-Siegtreffer.

Freiburg (dpa) - Es ist wohl auch seine besondere Familiengeschichte, die Igor Matanovic in sportlich schwierigen Zeiten ruhig und zuversichtlich bleiben lässt. «Ich bin für die Erziehung meiner Eltern sehr dankbar, weil sie mich gut aufs Leben und eine Profikarriere vorbereitet hat», sagte der Mittelstürmer des SC Freiburg dem «Kicker» (Donnerstag). Vor dem Spiel in der Fußball-Bundesliga bei seinem früheren Club Eintracht Frankfurt am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) bezeichnete er die Eltern als seine «Mentaltrainer». Sie kamen einst als Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland.

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Nach einem schwierigen Saisonstart überzeugt der 22-Jährige beim Sport-Club mittlerweile immer mehr. Nicht nur, weil er seit dem Jahreswechsel fünf Pflichtspieltore erzielte und eine Vorlage beisteuerte. «Er betreibt einen unglaublich großen Aufwand», sagte SC-Trainer Julian Schuster. «Das hilft uns in allen Bereichen, die wichtig sind.»

Doch nach seinem Wechsel für eine Ablöse von rund sieben Millionen Euro von Frankfurt nach Freiburg im vergangenen Sommer tat er sich erst mal schwer - auch weil ihn zunächst eine Muskelverletzung ausbremste. So folgte auf seinen Doppelpack als Joker beim 3:1-Heimsieg am dritten Spieltag gegen den VfB Stuttgart eine lange Flaute - bei Einsatzzeiten, aber auch Toren.

Auch für kleine Sachen dankbar

Für ihn sei es aber nie schwer gewesen, auch dann geduldig zu bleiben, wenn er nur auf der Bank gesessen habe, sagte der 22-Jährige. Denn es sei ihm von seinen Eltern beigebracht worden, «auch schon für kleine Sachen sehr dankbar zu sein». Zudem habe das Trainerteam mit ihm über Vertrauen und Selbstvertrauen gesprochen, wie Coach Schuster erklärte. Das hat offenbar geholfen. 

SC-Trainer Schuster sprach mit Igor Matanovic (r) auch über Selbstvertrauen. (Archivbild) Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
SC-Trainer Schuster sprach mit Igor Matanovic (r) auch über Selbstvertrauen. (Archivbild)

So kommt Matanovic, der seine Profikarriere beim FC St. Pauli in der zweiten Liga begann und zwischenzeitlich eine Saison für den Karlsruher SC spielte, immer besser in Fahrt. Mit seinen Toren und seiner Vorlage trug er im neuen Jahr fünfmal entscheidend zu einem knappen Sieg und einmal zu einem Unentschieden nach Rückstand bei. Zuletzt traf er beim 2:1-Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach zum vorentscheidenden 2:0. «Wenn man als Stürmer im Flow ist, klappen manche Dinge von allein», sagte der 1,95 Meter große Profi.

In Frankfurt konnte sich Matanovic nicht durchsetzen

Das steigert auch seine Vorfreude auf die Partie in Frankfurt, wo er in der vergangenen Saison nur auf zwei Startelfeinsätze und einen Treffer kam - und daher nach Freiburg ging. Für den auf Rang sieben stehenden Sport-Club geht es am Main darum, gegen einen direkten Rivalen im Kampf um die Europapokalplätze zu punkten. 

«Das wird ein sehr spannendes Spiel, für mich auch ein besonderes Spiel», sagte der Angreifer. «Ich freue mich sehr, weil ich dort noch viele Jungs kenne. Aber da wird es 90 Minuten keine Freunde geben.»