Nach Zerstörung von Weihnachtskrippe Belohnung ausgesetzt
Rüsselsheim (dpa/lhe) - Nach der Zerstörung einer Weihnachtskrippe mit lebensgroßen Figuren in Rüsselsheim hat der örtliche Gewerbeverein eine Belohnung von 2500 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Überführung der Täter beitragen. Zugleich entschuldigte sich der Präsident des Gewerbevereins Rüsselheim von 1888, Jan Boese, in einer auf Facebook und auf der Homepage des Vereins veröffentlichten Stellungnahme für Äußerungen in einer vorangegangenen Mitteilung, mit der der Verein ursprünglich auf den Vorfall reagiert hatte. «Es wurde versucht, den Vorfall mit Humor zu nehmen und zu deeskalieren, was rückblickend als unangemessen betrachtet werden muss», erklärte Boese.
Unbekannte Täter hatten bei den Styroporfiguren die Köpfe und teils auch Hände abgetrennt und Figuren umgeworfen. Ein Passant hatte die Zerstörung der Krippenfiguren am frühen Sonntagmorgen gemeldet. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und geht auch der Frage nach, ob ein religiöser Hintergrund bei der Tat eine Rolle spielte.
Der Gewerbeverein als Stifter der Krippe hatte zunächst von einer «kopflosen Nacht» und einem «makabren Scherz» gesprochen, worauf andere User mit großem Unverständnis reagiert hatten. Auch ein Polizeisprecher hatte den Umgang des Vereins mit der Tat als befremdlich kritisiert. Es handele sich um eine vorsätzliche Straftat, auch wenn sich der materielle Schaden schwerlich beziffern lasse.
Nach Angaben von Boese beabsichtigte er mit den ursprünglichen Mitteilung, «den Tätern nicht auch noch die Genugtuung zu geben, Hass und Zwietracht in der Weihnachtszeit zu schüren. Wir verstehen uns als ein Verein, der für alle Gewerbetreibenden steht, unabhängig ihrer Nationalität, ihres Glaubens oder ihrer Neigungen und stehen für ein demokratisches Miteinander ein», erklärte er. Weder Täter noch Motive seien bisher bekannt, «und wir möchten uns von einer Vorverurteilung in jeglicher Richtung distanzieren».