Nieder-Liebersbach

Krippen, Kultur und Kulinarisches

Der Nieder-Liebersbacher Weihnachtsmarkt lädt am Wochenende mit buntem Programm auf den Dorfplatz ein.

Am Wochenende wird im Herzen von Nieder-Liebersbach wieder zum Weihnachtsmarkt eingeladen. Buntes Programm wartet auf dem Dorfplatz und im Dorfgemeinschaftshaus. Unser Archivbild entstand im Jahr 2016. Foto: Fritz Kopetzky
Am Wochenende wird im Herzen von Nieder-Liebersbach wieder zum Weihnachtsmarkt eingeladen. Buntes Programm wartet auf dem Dorfplatz und im Dorfgemeinschaftshaus. Unser Archivbild entstand im Jahr 2016.

Helmut Neuhoff (76) ist gewissermaßen ein Holzwurm. Schon als Schüler einer Handelsschule entdeckte er beim Ferienjob in einer Schreinerei die Liebe zum Werkstoff Holz und zum Basteln. Im Hauptberuf wurde er zwar Verwaltungsangestellter und Experte für das Finanzwesen, aber die Leidenschaft fürs Werkeln hat er nie verloren.

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Zum Geburtstag schenkte ihm die Familie 2004 einen Kurs in der Krippenbauschule in Bamberg, und das war die Initialzündung für eine neue Leidenschaft. Sein Erstlingswerk war eine traditionelle Krippe mit Stall. Doch es sollte nicht die einzige bleiben. „Meine positive Einstellung und der Wille und die Lust zum Bauen waren eine gute Voraussetzung, ans Werk zu gehen“, berichtet er von einem erneuten Kurs 2016. Diesmal sollte es eine orientalische werden.

Von der Idee zu den Details

Die Krippen in einem solchen Kurs entstehen gemeinsam, an einem großen Werktisch, unter Anleitung erfahrener „Baumeister“. Ist die Idee einmal geboren, geht es an die Details. Der Dämmstoff Styrodur ist dabei ein beliebter Werkstoff. Feilen, schmirgeln, kleben: „Da braucht es viel Geduld, vor allem für die Kleinteile“, weiß Helmut Neuhoff. Das Tüpfelchen auf dem i waren in diesem Fall die Ziegel auf den Mauern, aus Drittelteilen von gebrauchten Korken geschnitten. Am Ende erhielt die Krippe noch einen Spezialputz, ganz in Weiß. „Meine erste orientalische Weihnachtskrippe war mehr als das, was ich mir auf der Fahrt nach Bamberg erhofft hatte“, sagt er heute rückblickend.

Die Krippen von Helmut Neuhoff aus Wilhelmsfeld sind in der Ausstellung am Sonntag zu sehen. Foto: Privat
Die Krippen von Helmut Neuhoff aus Wilhelmsfeld sind in der Ausstellung am Sonntag zu sehen.

Es sollten noch viele weitere folgen. Eine baute er nach dem Vorbild eines Bauernhofs in Lampenhain, eine andere auf Wunsch seiner Tochter für die evangelische Kirche in Wilhelmsfeld. Die Kirchengemeinde hatte Krippenfiguren günstig erstanden und suchte nun nach der passenden Unterkunft, fast so wie Maria und Josef in der heiligen Nacht. Neuhoff zögerte etwas, ließ sich zuerst einmal die Figuren zeigen – und war erschrocken. Bei deren Größe reichte es mit dem Standardmaß seiner bisherigen Krippen nicht. Am Ende schaffte er es doch, und seitdem wird sein Stall für die Heilige Familie alljährlich in der Kirche aufgestellt.

Seine zweite große Leidenschaft gilt dem Chorgesang

Unterdessen geht das Werkeln im Keller weiter. Seine zweite große Leidenschaft gilt dem Chorgesang. Diese verbindet ihn spätestens seit dem gemeinsamen Konzert „Celtic Songs“ mit den SVG-Chören in Nieder-Liebersbach. Als er von dort die Anfrage erhielt, ob er nicht einige seiner Krippen beim Adventszauber aus Anlass des Liebersbacher Weihnachtsmarktes zeigen wolle, sagte er spontan zu.

Und mehr noch: Von der Ausstellung inspiriert, machte er sich zugleich ans Werk und baute innerhalb weniger Tage eine weitere. Sie ist jetzt zusammen mit drei anderen am Sonntag, 10. Dezember, ab 13.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Nieder-Liebersbach zu sehen. Chorgesang gibt es da natürlich auch. Und wo er schon mal da ist, reiht er sich auch gleich in die Reihen des Bass ein. Schließlich haben beide Chöre ja mit Ria Günther die gleiche Dirigentin.

Der „Adventszauber“ der SVG-Chöre am Sonntag ab 14 Uhr ist Teil des Liebersbacher Weihnachtsmarkts am zweiten Wochenende im Advent. Auch die Pädagogische Druckwerkstatt im Dorfgemeinschaftshaus gibt sonntags Einblick in ihre Arbeit. Das Café im katholischen Kindergarten Arche Noah öffnet sonntags von 13 bis 16 Uhr. Der Weihnachtsmarkt läuft samstags ab 16 Uhr und sonntags ab 14 Uhr. Rund 15 Aussteller sind diesmal im Budendorf am Alten Rathaus vertreten. Der Nikolaus hat sein Kommen für Sonntag gegen 16 Uhr angekündigt, nach dem Auftritt der Jagdhornbläser.