Wohnungsbau

Naturschützer fordern weniger Flächenverbrauch in Hessen

Ein Arbeiter dirigiert auf einer Baustelle einen Kran. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Arbeiter dirigiert auf einer Baustelle einen Kran.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Auch mit Blick auf den Wohnungsbau haben Umweltschützer einen nachhaltigeren Umgang mit der Ressource Boden gefordert. «Der Flächenverbrauch in Hessen muss schnellstmöglich reduziert werden», sagt Jochen Kramer vom Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). «Gesunde Böden sind die natürliche Grundlage der Vegetation und der Biodiversität.» Zudem seien sie ein wertvoller Wasserspeicher und als natürlicher CO2-Speicher wichtig für den Klimaschutz.

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Beim Bau neuer Wohnungen in den Städten müsse die Inanspruchnahme von Grünflächen möglichst vermieden werden, sagte Kramer, «etwa durch den Bau in die Höhe als in die Fläche». Dazu zähle auch die Aufstockung vorhandener Gebäude. Zudem müsse im Falle zusätzlicher Versiegelungen an anderer Stelle eine flächengleiche Entsiegelung stattfinden. Nach Ansicht des BUND sollen zudem Parkplatzflächen verringert werden und die kommunale Stellplatzsatzung gegebenenfalls überarbeitet werden.

Auch mit Blick auf die im kommenden Herbst anstehende Landtagswahl fordert der BUND den Flächenverbrauch für Siedlung und Verkehr in Hessen auf einen Hektar am Tag bis zum Jahr 2025, und auf Netto-Null bis 2030 zu senken. Die hessische Landesregierung betont derweil in Sachen Flächenverbrauch auf einen guten Weg zu sein: So sei man 2021 mit einem Verbrauch von 2,04 Hektar am Tag (gleitender Vierjahresdurchschnitt) deutlich unter der aktuellen Zielmarke von 2,5 Hektar geblieben, erklärte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Wiesbaden.

Ein Beispiel für Nachverdichtung ist die Platensiedlung in Frankfurt. Dort entstehen derzeit über Aufstockung und den Bau von Quergebäuden 680 Wohnungen. Ein zuvor dreistöckiges Haus kommt dann auf fünf Stockwerke. Die Wohnungsbaugesellschaft ABG bezeichnete ihr Projekt bereits mal als «Blaupause» für andere Städte.