Naturschutzgroßprojekt Wispertaunus nimmt erste Formen an
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Das Naturschutzgroßprojekt Wispertaunus nimmt im neuen Jahr erste konkretere Formen an. «Unser langfristiges Ziel ist, einen großen zusammenhängenden Naturwaldverbund zu entwickeln», sagte Nico Eidenmüller, Projektleiter bei der Zoologischen Gesellschaft in Frankfurt. 2024 stünden aber zunächst einmal administrative Aufgaben an, wie das Einstellen von Personal oder der Aufbau eines Projektbüros. Im Sommer ist demnach eine öffentliche Auftaktveranstaltung geplant, mit einer Exkursion, «bei der der man sich hautnah ein Bild vor Ort machen kann.»
Im Wispertaunus, einem Teil des mit fast 22.000 Hektar größten zusammenhängenden Waldgebiets Hessens, soll nach Angaben der Zoologischen Gesellschaft ein großer, weitgehend unzerschnittener Naturwaldverbund entstehen. «Das ist ein Meilenstein für den Naturschutz in Hessen. Zahlreiche seltene Arten wie Wildkatze, Schwarzstorch oder Bechsteinfledermaus werden vom Projekt profitieren», hatte das hessische Umweltministerium zum Start im Herbst erklärt. «Waldbäche, die den Wispertaunus durchziehen, werden renaturiert. Wir schützen die Artenvielfalt und damit auch unser Leben und unsere Zukunft.»
Die Naturwälder im Landeswald sollen durch Waldflächen interessierter Waldeigentümer erweitert und verbunden werden, so dass sich Natur frei entfalten kann. «Wir wollen etwa tausend zusätzliche Hektar von Waldbesitzern sichern», erklärte Eidenmüller. Dazu sei man im engen Austausch mit den Waldeigentümern und dem Forstamt Rüdesheim. Für diese Abstimmung brauche es aber auch eine naturschutzfachliche Grundlage, die im nächsten Jahr auf den Weg gebracht werde. Dazu gehöre die Untersuchung bestimmter Flora- und Fauna-Arten oder das Kartieren von Biotopen.
Laut Eidenmüller gliedert sich das Projekt in zwei Phasen. In den ersten drei Jahren werde ein detaillierter Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet. Dieser soll dann in der zweiten Phase, die auf zehn Jahre angelegt ist, umgesetzt werden. Die Kosten für die erste Projektphase betragen laut den Angaben rund 1,2 Millionen Euro und werden von Bund, Land und Zoologischer Gesellschaft getragen.