Neustart für Nonnen bei Bingen – Hospiz in Engelthal geplant
Das Kloster Engelthal schließt seine Türen. Was die Ordensschwestern auf dem Rochusberg bei Bingen erwartet und wie das Anwesen künftig genutzt wird.
Altenstadt/Bingen (dpa) - Auszug nach mehr als sechs Jahrzehnten – bis Ende September werden die letzten Benediktinerinnen von Kloster Engelthal in der Wetterau auf den Rochusberg im rheinland-pfälzischen Bingen umgezogen sein. Dort finden die zwölf Ordensschwestern aus Hessen eine neue Heimat bei den Kreuzschwestern. Für ihre Äbtissin Elisabeth Kralemann ist es ein schmerzlicher Abschied, aber zugleich auch ein hoffnungsvoller Neubeginn, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Das ist eine neue Chance für die ganze Gemeinschaft – und vielleicht nochmal eine Verlebendigung.»
Über viele Jahre hatten die Benediktinerinnen die fünf Hektar große Anlage mit Wohnhaus, historischer Klosterkirche, Gästehaus und weitläufiger Gartenanlage bewirtschaftet und gepflegt. Zuletzt wurde die Arbeit zu viel für die Gemeinschaft – die älteste der Schwestern ist bereits 99 Jahre alt, wie Kralemann sagt.
Auch in ihrem neuen Domizil am Rochusberg wollen die Ordensschwestern eigenständig bleiben und ihren Namen – Benediktinerinnen-Abtei Kloster Engelthal – beibehalten. Für Kloster Engelthal endet mit dem Auszug der Frauen eine Ära – künftig soll das Anwesen unter anderem als Hospiz genützt werden, das Bistum Mainz will die Anlage dafür an die Diakonie in Hessen und Nassau verpachten.