Kriminalität

Notar soll Millionenerbe von 88-Jähriger erschlichen haben

Eine Pflegeheim-Bewohnerin will ein Kloster, eine Kirchengemeinde und Nachbarn mit ihrem siebenstelligen Erbe bedenken. Nun steht ihr einstiger Notar wegen Betrugs in Limburg vor Gericht.

Vor dem Landgericht Limburg beginnt ein nicht alltäglicher Prozess gegen einen Juristen. (Archivbild) Foto: Jörg Halisch/dpa
Vor dem Landgericht Limburg beginnt ein nicht alltäglicher Prozess gegen einen Juristen. (Archivbild)

Limburg (dpa/lhe) - Ein Anwalt und einstiger Notar soll sich das Millionenerbe einer 88-jährigen Mandantin erschlichen haben. Der 49 Jahre alte Jurist steht wegen mutmaßlichen Betrugs und Urkundenfälschung ab heute (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Limburg. Die Seniorin wollte ihr Erbe eigentlich einem Kloster, einer Kirchengemeinde und ihren Nachbarn zugutekommen lassen.

Laut Anklage soll der damalige Notar 2023 statt eines Testaments einen unanfechtbaren Erbvertrag mit seiner inzwischen gestorbenen Mandantin aufgesetzt haben. Er habe ein Dokument so manipuliert, dass er Alleinerbe wird - und die Frau dies unterschreiben lassen. Das Vermögen der 88-Jährigen habe sich auf mehr als 975.000 Euro sowie eine Immobilie im Wert von 250.000 Euro belaufen. 

Ein Anwalt als Angeklagter

Die Seniorin stammte nach Angaben des Gerichts aus dem Kreis Limburg-Weilburg und lebte schließlich andernorts in einem Pflegeheim. Das Kloster, dessen Ordensschwestern sie mit Teilen ihres Erbes unterstützten wollte, befindet sich im Rheingau. 

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Impressum

Der Angeklagte ist laut dem Landgericht Limburg auf freiem Fuß. Im Ermittlungsverfahren hat sich der Jurist zu den Vorwürfen geäußert.