Steuerkriminalität

«Panama Papers»: Hessens Daten halfen Ermittlern weltweit

Vor zehn Jahren deckten die «Panama Papers» ein weltweites System von Steuervermeidung und Geldwäsche auf. Hessen spielte eine zentrale Rolle bei der Aufarbeitung.

Die «Panama Papers» galten seinerzeit als einer der größten Finanzskandale weltweit.(Symbolbild) Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Die «Panama Papers» galten seinerzeit als einer der größten Finanzskandale weltweit.(Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Vor zehn Jahren sind die sogenannten «Panama Papers» veröffentlicht worden. Durch das Datenleck wurden weltweit Fälle von Steuerkriminalität und Geldwäsche aufgedeckt. Hessen spielte bei der Auswertung der Unterlagen eine zentrale Rolle.

Finanzamt Kassel federführend in Hessen

«Hessen hat in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt federführend die Auswertung übernommen und Ermittlungsbehörden im In- und Ausland Daten zur Aufklärung möglicher Straftaten zur Verfügung gestellt», erklärte die Landesregierung anlässlich des zehnten Jahrestags der Veröffentlichung der «Panama Papers». Allein aus dem zuständigen Finanzamt Kassel heraus habe das Land über 2.500 Datenpakete an mehr als 30 Länder für die Panama Papers weitergeleitet.

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Die Steuerfach- und IT-Experten in Kassel hätten die Aufbereitung, Sichtung und die erste Auswertung der Daten durchgeführt. Das habe den anderen Bundesländern und Behörden eine effiziente Nutzung der bereitgestellten Informationen in dortigen Besteuerungs- und möglichen Steuerstrafverfahren ermöglicht.

Erfahrungen auch bei Ermittlungen zu weiteren Leaks genutzt

Damals seien die Grundlagen für den steten Austausch von Erfahrungen sowie von technischem und steuerfachlichem Wissen gelegt worden. «Dieses Netz wurde und wird weiterhin bei der Auswertung weiterer Leaks genutzt, etwa für die "Paradise" und "Pandora Papers" oder die "Bahamas" und die "Malta Leaks"», betonte die Landesregierung. Die Hessische Steuerverwaltung übernehme auch weiterhin dank der aufgebauten Expertise eine zentrale Rolle bei der Aufbereitung und Analyse entsprechender Daten.

«Die "Panama Papers" waren ein Weckruf», sagte Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU) laut Mitteilung. «Sie haben gezeigt, wie wichtig internationale Zusammenarbeit und moderne Ermittlungsmethoden sind.» Hessen habe von Anfang an Verantwortung übernommen und tue das bis heute.

Datenleck mit 11,5 Millionen Dokumenten

Im Frühjahr 2016 hatten die «Süddeutsche Zeitung» und weitere Medien des Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) die Geschäfte von in Panama gegründeten Briefkastenfirmen offengelegt. Durch ein riesiges Datenleck waren der Zeitung 11,5 Millionen Dokumente zugespielt worden. Fast 400 Reporter aus mehr als 80 Ländern beteiligten sich an den Recherchen.

Dabei tauchten unter anderem die Namen von 140 Politikern und engen Vertrauten auf. In Island führte die Veröffentlichung zum Rücktritt des Ministerpräsidenten Sigmundur Gunnlaugsson. In Pakistan wurde Ministerpräsident Nawaz Sharif des Amtes enthoben.