Pflege immer teurer - Eigenanteil steigt deutlich
Bis zu 2.950 Euro monatliche Zuzahlung sind derzeit für einen Platz in einem Pflegeheim in Hessen fällig, teilt der Verband der Ersatzkassen mit. Für immer mehr Menschen sei dies nicht bezahlbar.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Bis zu 2.950 Euro Eigenanteil kostet ein Platz in einem Pflegeheim nach Angaben des Verbandes der Ersatzkassen im Schnitt in Hessen. Im vergangenen Jahr habe es erneut einen starken Anstieg der Kosten gegeben, erklärt der Verband unter Berufung auf eine aktuelle Auswertung. Teurer geworden seien sowohl die pflegebedingten Aufwendungen als auch Unterkunft und Verpflegung.
Die Höhe des Eigenanteils variiert je nachdem, wie lange eine Person bereits im Pflegeheim versorgt wird. Am meisten stiegen die Kosten mit 10,53 Prozent im Vorjahresvergleich für das erste Jahr im Heim, hier werden nun durchschnittlich 2.950 Euro im Monat fällig. Bei mehr als drei Jahren müssen nun im Schnitt 1.881 Euro im Monat zugezahlt werden, die Steigerung betrug hier 7,98 Prozent.
Höher seien vor allem die pflegerischen Kosten, der sogenannte Einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE): Die Steigerung betrug je nach Aufenthaltsdauer rund 15 Prozent. Dabei seien die Zuschüsse der gesetzlichen Pflegeversicherung hierfür Anfang 2024 erhöht worden, erklärt der Verband.
Armutsrisiko Pflegebedürftigkeit
«Pflegebedürftigkeit wird immer mehr zum Armutsrisiko, denn immer mehr pflegebedürftige Menschen können ihre Eigenanteile nicht mehr bezahlen», sagt die Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen, Claudia Ackermann. Gute Pflege müsse für alle bezahlbar bleiben.
«Eine umfassende Pflegereform ist dringend notwendig», fordert Ackermann. Vom Land Hessen forderte sie, die Investitionskosten für die Pflegeeinrichtungen zu übernehmen, da dies alleine die Pflegebedürftigen in Hessen monatlich um 517 Euro entlasten würde.
Reichen das eigene Vermögen und Einkommen wie etwa die Rente nicht aus, um die Kosten für einen Platz im Pflegeheim zu decken, springt auf Antrag unter bestimmten Voraussetzungen das Sozialamt mit ein. Zum Ersatzkassenverband gehören etwa die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.