Innenminister

Poseck trauert um getöteten Mannheimer Polizisten

Der Tod eines jungen Polizisten nach einer Messerattacke in Mannheim hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. Auch Hessens Innenminister und die hiesige Polizei kondolieren den Angehörigen.

Minuten nach dem Bekanntwerden seines Todes trauern Polizisten auf dem Marktplatz in Mannheim um ihren getöteten Kollegen. Foto: Boris Roessler/dpa
Minuten nach dem Bekanntwerden seines Todes trauern Polizisten auf dem Marktplatz in Mannheim um ihren getöteten Kollegen.

Wiesbaden/Mannheim (dpa) - Hessens Innenminister Roman Poseck hat bestürzt auf den Tod eines Polizisten nach der Messerattacke auf dem Mannheimer Marktplatz reagiert. «Er wurde aus dem Leben gerissen, weil er sich für andere Menschen und unseren Rechtsstaat eingesetzt hat. Die hessischen Polizistinnen und Polizisten und auch ich persönlich sind tieftraurig und mit unseren Gedanken bei der Familie des Kollegen aus Baden-Württemberg und allen, die ihm nahestehen», erklärte der CDU-Politiker am Montag in Wiesbaden. Das Innenministerium ordnete Trauerflor für die Polizei in Hessen an.

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Die Tat zeige auf dramatische Art und Weise, welchen Gefahren Polizistinnen und Polizisten in ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sein könnten. «Sie werden immer häufiger und immer aggressiver angegriffen. Sie werden Opfer von politischen oder religiösen Gruppen, die ihre Ziele mit Gewalt verfolgen», sagte Poseck. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) Hessen zeigte sich tief betroffen: «Wir trauern um unseren tapferen Kollegen, der sein Leben für die Gemeinschaft riskierte», hieß es in einer Mitteilung.

Der Polizist war am Freitag bei dem Messerangriff attackiert worden. Er erlag seinen Verletzungen am Sonntagnachmittag. Das teilten die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, das Polizeipräsidium Mannheim und das Landeskriminalamt mit. Der in Hessen lebende Attentäter habe dem 29 Jahre alten Beamten mehrmals in den Kopfbereich gestochen. Zudem hatte er bei dem Angriff bei der Veranstaltung der islamkritischen Bewegung Pax Europa (BPE) fünf weitere Männer verletzt. Der in Afghanistan geborene Mann, der 2014 als Jugendlicher nach Deutschland kam, war zunächst nicht vernehmungsfähig - er war in den Minuten nach der Attacke ebenfalls verletzt worden. Bisher war er polizeilich nicht in Erscheinung getreten, er ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Heppenheim.

«Der Attentäter hat seine schrecklichen Taten offensichtlich gezielt gegen einen islamkritischen Stand gerichtet. Die weiteren Ermittlungen, auch zur Motivlage, bleiben abzuwarten», erklärte Poseck. «Aber fest steht, dass extreme islamistische Kräfte eine konkrete Gefahr für unsere Demokratie und unser friedliches Zusammenleben darstellen.» Und: «Rechtsfreie Räume und falsche Toleranz darf es nicht geben», forderte der Innenminister.