Verkehr

Private Busfahrer wollen erneut in den Warnstreik

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Auf Fahrgäste von Bussen in mittleren Städten und ländlichen Regionen Hessens kommen neue Warnstreiks zu. Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Dienstag Arbeitsniederlegungen für den kommenden Freitag (17. Mai) sowie in der folgenden Woche am Dienstag und Mittwoch (21.+22. Mai) an. Grund sind die erneut unterbrochenen Tarifverhandlungen für die rund 6000 Beschäftigten privater Busunternehmen.

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Verdi-Verhandlungsführer Jochen Koppel zeigte sich nach der fünften Verhandlungsrunde enttäuscht: «Es hat wieder keine Einigung gegeben. Strittig waren insbesondere die Themen Pausenregelung, Entgelt, Urlaub Dienstplangestaltung und Inflationsausgleich - also fast alles.»

Verdi hatte bereits am 24. April die Belegschaften zu einem Warnstreik aufgerufen, sodass viele Fahrten ausfielen. Nun sollen erneut Busbetriebe der Deutschen Bahn in Nordhessen (Homberg/Efze, Melsungen und Rotenburg), Busbetriebe in Fulda, Gießen, Frankfurt, Maintal, Offenbach, Oberursel, Hanau, Nidderau, Büdingen, Gelnhausen, Bad Homburg, Weiterstadt, Rüsselsheim und Wiesbaden bestreikt werden.

In den großen Städten war von dem Ausstand im April wenig zu spüren gewesen, da für viele Fahrer in Kassel, Marburg, Darmstadt und Wiesbaden andere Tarifverträge gelten und es daher keine Ausfälle gab. In Frankfurt konnten die Gäste trotz fehlender Busse meist auf andere Verkehrsträger ausweichen.

Laut Verdi herrscht im privaten Busgewerbe dramatischer Personalmangel. Die Gewerkschaft beklagt überlange Schichten, geteilte Dienste, kurze Pausen, zahllose Überstunden und hohe Krankenstände. Sie verlangt daher, dass die Gehälter zweimal um jeweils 8,5 Prozent steigen. Zudem soll es einen Inflationsausgleich von 3000 Euro für jeden Beschäftigten geben. Der Arbeitgeberverband LHO hatte die Verdi-Forderungen als nicht finanzierbar abgelehnt.