Medizin

Rettungsdienste sollen aus Beinahe-Pannen lernen

Aus kritischen Vorfällen und Fehlern lernen - das soll eine Meldeplattform für den hessischen Rettungsdienst ermöglichen. Das Portal wird nun landesweit ausgerollt.

Berichten und lernen - nach diesem Prinzip will die neue landesweite Meldeplattform den Rettungsdienst verbessern. (Symbolbild) Foto: Jens Büttner/dpa
Berichten und lernen - nach diesem Prinzip will die neue landesweite Meldeplattform den Rettungsdienst verbessern. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Eine landesweite Meldeplattform für kritische Situationen und Beinahe-Schäden bei Einsätzen soll dabei helfen, den Rettungsdienst in Hessen besser zu machen. Das Berichts- und Lernsystem Cirs steht allen Beteiligten des hessischen Rettungsdienstes offen, wie das Gesundheitsministerium in Wiesbaden mitteilte. Die Meldungen erfolgen anonym und haben keine Sanktionen zur Folge. 

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Cirs steht für «Critical Incident Reporting System» («Meldesystem für kritische Vorfälle»). Das Portal wurde in einem Pilotprojekt für Hessen getestet und wird nun landesweit ausgerollt.

Zu den Fallbeispielen zählt unter anderem, dass ein Rettungswagen erst verspätet zu einem Notfalleinsatz ausrückte, da die Alarmmelder in der Fahrzeughalle keinen Empfang hatten. In einem anderen Fall kam es der Schilderung zufolge zum «Beinahe-Erwürgen» eines schwergewichtigen Patienten, weil die Sicherungsgurte auf der Trage in der stabilen Seitenlage nicht ausreichend fixiert werden konnten.

Aus Fehlern lernen

Die Plattform mache es möglich, aus Fehlern zu lernen, erläuterte Gesundheitsministerin Diana Stolz (CDU). «Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Patientinnen und Patienten und des Rettungsdienstpersonals.»

Die Beschreibung des kritischen Ereignisses wird durch einen externen Dienstleister vollständig anonymisiert und anschließend an ein Expertenteam zur Analyse und Auswertung weitergeleitet. Diese Analyse sowie Verbesserungsvorschlägen werden auf dem Portal veröffentlicht. Im Fall des schwergewichtigen Patienten beispielsweise wird vorgeschlagen, einen Transport nach Sicherung der Atmung in einer anderen Position durchzuführen.