Rheinfähre vor dem Aus: Weniger Passagiere wegen Bauarbeiten
Nierstein (dpa) - Die Rheinfähre zwischen Nierstein in Rheinland-Pfalz und Kornsand in Hessen steht nach Angaben des Betreibers vor dem wirtschaftlichen Aus. Grund dafür sei ein Passagierrückgang um zwei Drittel wegen Baustellen auf beiden Rheinseiten, sagte Cornelia Dries, Geschäftsführerin der Rheinfähre «Landskrone» am Montag. «Wir sind von Hilfen abhängig. Alle unsere Reserven sind aufgebraucht.»
Auf hessischer Seite gibt es eine Vollsperrung der L 3096 - auf rheinland-pfälzischer Seite Bauarbeiten an der B 420. Die rheinland-pfälzische Landesregierung habe ein Gutachten über die ausgefallenen Einnahmen beauftragt. So seien Entschädigungszahlungen an den Betreiber geflossen, um den Betrieb am Laufen zu halten. Längerfristig seien die Passagierausfälle jedoch nicht zu stemmen, hieß es.
Die hessische Verkehrsbehörde Hessen Mobil habe eine finanzielle Unterstützung bislang abgelehnt, hatte der Wormser CDU-Bundestagsabgeordnete Jan Metzler Ende April mitgeteilt. Landtagsabgeordnete verschiedener Parteien hätten sich ebenfalls eingeschaltet, um die Fähre zu retten, sagte die Betreiberin.
Die Alternative zur Rheinfähre wären lange Umwege. Dies treffe Pendler, Reisende und die regionale Wirtschaft hart, betonte Dries. Die Alternativen: Im Süden die über 20 Kilometer entfernte Rheinfähre zwischen der Verbandsgemeinde Eich und Gernsheim, Richtung Norden sind es rund 13 Kilometer bis zur Weisenauer Autobahnbrücke über den Rhein. Zuvor hatten die Zeitungen der VRM darüber berichtet.