«Rundherum Urlaubsbetrieb»: Hoffenheim reist nach Kreta
Die TSG Hoffenheim kehrt nach eineinhalb Jahren Pause zurück nach Europa. Die Reise des Teams von Christian Ilzer führt nach Kreta, wo viele Urlauber und eine sportliche Unbekannte warten.
Heraklion (dpa) - Die Reise ins etwas verregnete Kreta bietet für die TSG Hoffenheim die eine oder andere Tücke abseits des Fußballs. Denn: Den Fußball-Bundesligisten aus dem Kraichgau zieht es auf die griechische Insel, wenn im Spätsommer noch die Reisesaison läuft. «Es wird kein Urlaub werden, sondern ein wichtiges Spiel. Rundherum wird Urlaubsbetrieb sein. Das haben wir gemerkt bei den Kosten des Hotels», sagte TSG-Geschäftsführer Andreas Schicker.
Kreta gewann zuletzt in Piräus
«Im Oktober oder November wäre es billiger gewesen. Aber das nehmen wir jetzt auch mit. Wenn wir gewinnen, ist alles gut», fügte der Funktionär an. Auch sportlich hätte es wahrscheinlich bessere Zeitpunkte gegeben, in der Europa League bei der Wundertüte OFI Kreta anzutreten als an diesem Donnerstag (18.45 Uhr/Nitro und Sky).
Der Inselclub hat erst am Wochenende mit 1:0 beim griechischen Riesen Olympiakos Piräus - ebenfalls Gruppengegner der TSG - gewonnen. «Uns erwartet eine Mannschaft, die dicht machen kann, aber auch sehr, sehr guten Fußball spielen kann», warnte Cheftrainer Christian Ilzer.
London, Brüssel, Piräus warten
Die knifflige und kostspielige Hotelsituation und der unberechenbare Gegner mit kleinem Namen sollen die Vorfreude auf Hoffenheims internationales Comeback aber keineswegs trüben. Unter dem Motto «Vom Dorf in die Welt» wird die TSG in den kommenden Monaten durch Europa reisen. Piräus, London und Brüssel sind die weiteren fixen Ziele. Doch an diesem Mittwoch wartet zunächst Kreta, das Hoffenheim von Karlsruhe aus ansteuert.
«Wir wollen dort gut reinstarten, wir wollen Deutschland würdig und gut vertreten. Ich habe es schon einmal gesagt: Als ich im Oktober 2024 hierhergekommen bin, war es ein anderes Gefühl als jetzt, mit dieser Truppe durch Europa zu reisen», sagte Schicker.
Europa League kein Trostpreis
Das vergangene Europa-Abenteuer ist nicht gerade in bester Erinnerung geblieben. Zwar gastierte in Tottenham Hotspur der spätere Champion in der Gruppenphase in Sinsheim, jedoch reichte es in der Vorrunde nur zu Platz 27 - knapp hinter dem schwedischen Vertreter IF Elfsborg.
Das einstige Sturm-Graz-Duo Ilzer und Schicker ist inzwischen im Verein angekommen, hat einige Turbulenzen hinter sich gelassen und einen Kader gebaut, der in der Vorsaison nur knapp und erst am letzten Spieltag an der Champions League vorbeigeschrammt ist. Die Europa League soll trotzdem kein Trostpreis sein.
«Ich denke auch, dass sich die Mannschaft das im vergangenen Jahr verdient hat», sagte Sportchef Schicker. Für das Duo wird das brisanteste der acht Gruppenspiele am 26. November stattfinden - zu Hause gegen Ex-Club Graz.
Baumann nach VfB-Sieg: «Schön war es nicht»
Das Punktekonto in der Bundesliga ist mit drei Punkten aus drei Spielen zwar bisher nicht prall gefüllt. Die Partien gegen Borussia Dortmund (2:3 nach 2:0) und den VfB Stuttgart (2:1) machten aber Mut, dass es die TSG in dieser Saison mit dem bestehenden Kern und Neuzugängen wie Patrick Wimmer sowie den jungen Nathan de Cat, Mats Rots und Adam Daghim mit den nationalen Größen aufnehmen kann.
«Schön war es nicht, aber ist mir jetzt auch egal», sagte Torhüter Oliver Baumann nach dem umkämpften Erfolg im Baden-Württemberg-Duell mit dem VfB, bei dem Stürmer Adam Hlozek doppelt traf. Der Tscheche könnte auch am Donnerstag zur Schlüsselfigur werden.
«Vor fünf Jahren habe ich dort Urlaub gemacht, aber diesmal verschwende ich keinerlei Gedanken an Urlaub. Wir fliegen dorthin, um Fußball zu spielen und um drei Punkte für einen guten Start in die Ligaphase zu holen», sagte Hlozek.