Drogenhandel im Darknet

Schlag gegen Drogenhandel im Darknet

Ein kriminelles Netzwerk soll Drogen im Darknet verkauft und die Einnahmen in Bargeld umgewandelt haben. Die Ermittler deckten nun das Geldwäschesystem auf.

Die Kriminellen sollen Millionengewinne erzielt haben. (Symbolbild) Foto: Nicolas Armer/dpa
Die Kriminellen sollen Millionengewinne erzielt haben. (Symbolbild)

Wiesbaden/Köln (dpa) - Hunderte Polizisten und Ermittler sind in Nordrhein-Westfalen und Hessen mit einer Durchsuchungsaktion gegen den Drogenhandel im Darknet und Geldwäsche vorgegangen. Dabei durchsuchten sie in den beiden Bundesländern rund 40 Wohn- und Geschäftsräume. Die Strafverfolger nahmen acht Verdächtige fest und stellten Bargeld und Kryptovermögen in sechsstelligem Gesamtwert sicher, wie die beteiligten Behörden mitteilten. Sie entdeckten dabei auch zwei Schusswaffen und mehrere Kilogramm Rauschgift.

Mitglieder der Gruppierung sollen seit mindestens Juli 2020 auf Marktplätzen im Darknet weltweit Drogen wie Ecstasy-Pillen, Haschisch, Kokain oder auch Arzneimittel verkauft haben. Dabei sollen sie Kryptowährung im Wert von mehreren Millionen Euro eingenommen und über kriminelle Netzwerke in Bargeld umgetauscht haben. Das Darknet ist ein Teil des Internets, der nicht über normale Suchmaschinen auffindbar und nur mit spezieller Software oder bestimmten Zugangsdaten erreichbar ist.

Neun vietnamesische Staatsangehörige sollen das Geldwäschenetzwerk betrieben haben, vier von ihnen wurden bei der Durchsuchungsaktion festgenommen. Über eine Art Untergrund-Banknetzwerk wurden laut Ermittlern sowohl Kryptowerte in Bargeld getauscht als auch Finanzgeschäfte zwischen Deutschland und Vietnam abgewickelt.

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Bargeld von Nagelstudios in Deutschland

Nach Behördenangaben stammt das Bargeld von Vietnamesen in Deutschland, die Nagelstudios oder Restaurants betreiben oder dort illegal arbeiteten. Seit November 2025 seien so nachweislich mehr als sieben Millionen Euro Bargeld eingesammelt worden. Über Krypto-Wallets der Hauptbeschuldigten seien in diesem Zeitraum mehr als 100 Millionen Euro geflossen.

Beteiligt an der Aktion waren mehr als 400 Beamtinnen und Beamten von Bundespolizei, Zoll, Landespolizei, Bundeskriminalamt sowie des Landesamts zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Nordrhein-Westfalen. Federführend bei den Ermittlungen in Deutschland ist die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen, die bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelt ist.