CO2-Bilanz

Schlechte Noten für Dienstwagen-Flotte der Landesregierung

Die Deutsche Umwelthilfe sieht zu hohe CO2-Emissionen - und das bei Dienstwagen vieler Spitzenpolitikerinnen und -politiker. Wie das Ergebnis im Detail ausschaut.

Die Deutsche Umwelthilfe sieht zu hohe CO2-Emissionen bei der Dienstwagenflotte der hessischen Landesregierung. (Archivfoto) Foto: Andreas Arnold/dpa
Die Deutsche Umwelthilfe sieht zu hohe CO2-Emissionen bei der Dienstwagenflotte der hessischen Landesregierung. (Archivfoto)

Berlin/Mainz (dpa/lrs) - Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat der Dienstwagenflotte der hessischen Landesregierung keine gute Note ausgestellt. In einem Länderranking zum Ausstoß von klimaschädlichem CO2 landete Hessen auf dem zwölften Platz und bekam in der Gesamtbewertung wie die Masse der Länder eine rote Karte. 

Unter zwölf von der DUH aufgelisteten Fahrzeugen fand sich nur ein reines Elektrofahrzeug. Das war den Angaben zufolge der Dienstwagen der Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann (SPD). Das Fahrzeug bekam als einziges eine grüne Karte für einen realen CO2-Ausstoß von weniger als 93,6 Gramm pro gefahrenem Kilometer. 

Nur ein Dienstwagen erhält eine grüne Karte

Auf den größten Ausstoß kommt laut Umwelthilfe der Wagen von Wissenschafts- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) mit 202 Gramm pro Kilometer. Neben dem E-Fahrzeug Hofmanns und den Diesel-Dienstwagen von Ministerpräsident Boris Rhein sowie Innenminister Roman Poseck (beide CDU) besteht der Rest der aufgeführten Flotte aus Plug-In-Hybriden. 

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Sie hat unter den hessischen Ministerinnen und Ministern als einzige einen Dienstwagen mit reinem Elektroantrieb: Heike Hofmann. (Archivfoto) Foto: Arne Dedert/dpa
Sie hat unter den hessischen Ministerinnen und Ministern als einzige einen Dienstwagen mit reinem Elektroantrieb: Heike Hofmann. (Archivfoto)

Die sieht die Deutsche Umwelthilfe kritisch. Solche Fahrzeuge hätten große Verbrennungs- und kleine Elektromotoren, absolvierten nur einen kleinen Teil der Fahrten elektrisch, beim Gros der Fahrten werde auf spritdurstige Verbrennungsmotoren zurückgegriffen. Dennoch stellten Plug-In-Hybride den größten Anteil der Dienstwagen deutscher Spitzenpolitikerinnen und -politiker, monierte die DUH. 

Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern am Ende

Zumindest eine gelbe Karte für ihre Flotte bekamen bei der Gesamtschau die Landesregierungen von Berlin, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Schlusslichter sind demnach auch in diesem Jahr Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die laut Umwelthilfe vollständig auf batteriebetriebene Dienstwagen verzichten. 

Die DUH, die die Flotten im Zeitraum von Januar bis Juni 2026 abgefragt hatte, monierte, dass Spitzenpolitikerinnen und -politiker insgesamt wieder zunehmend auf Dienstwagen mit Verbrennungsmotoren setzten. Das sei im Jahr 2026 völlig absurd, sagte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.