Klimabeirat

Landesregierung kein Vorbild bei Elektromobilität

«Das ist ein Rollback beim Klimaschutz»: Der Klimabeirat kritisiert den Austausch von E-Autos in der Dienstwagenflotte der hessischen Minister. Die Regierung argumentiert mit begrenzten Reichweiten.

Ein Symbol markiert einen Parkplatz mit einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos an einem Einkaufszentrum. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Ein Symbol markiert einen Parkplatz mit einer öffentlichen Ladesäule für Elektroautos an einem Einkaufszentrum.

Wiesbaden (dpa/lhe) - In den Reihen der Minister-Dienstwagen der hessischen Landesregierung gibt es seit dem Wechsel von Schwarz-Grün auf Schwarz-Rot weniger Elektrofahrzeuge. Kaweh Mansoori (SPD) beispielsweise ist nach seinem Amtsantritt von dem vollelektrischen Mercedes des Vorgängers Tarek Al-Wazir (Grüne) auf einen Audi A8 Hybrid umgestiegen. Auch andere Ressortchefs haben gewechselt oder planen dies. Zunächst hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» über das Thema berichtet. Dienstwagen sind in der Regel Leasingfahrzeuge.

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Der wissenschaftliche Klimabeirat Hessen kritisierte die Rückumstellung von E-Autos auf Hybridfahrzeuge. «Das ist ein Rollback beim Klimaschutz. Hessen wird so seiner proklamierten Vorbildrolle nicht gerecht», erklärte der Vorsitzende, Professor Sven Linow.

«Vollelektrische Pkw verfügen weiterhin über eine begrenzte Reichweite», teilte das Wirtschaftsministerium mit. «Die Ladezeiten sind hingegen je nach Ladesäule sehr lang.» Dies habe in den vergangenen Monaten dazu geführt, dass die Fahrer der Dienstwagen in ihren Pausen und nach der gewöhnlichen Arbeitszeit aufladen mussten, um die teils sehr weiten Strecken zu bewältigen.

Auch Kulturminister Timon Gremmels (SPD) nutzt nach den Worten seines Sprechers einen Audi A8 60 TSFI e quattro Plugin Hybrid. Bei Amtsantritt habe der vollelektrische Mercedes-Benz EQE 500 4Matic der Vorgängerin Angela Dorn (Grüne) zur Verfügung gestanden. Für den Wechsel auf die neue Antriebsart habe es mehrere Gründe gegeben, erläuterte der Sprecher und verwies unter anderem auf den Wohnort des Ministers in Nordhessen.