Schrotthändler Scholz Gruppe nun in französischer Hand
Die Scholz-Gruppe sieht im Zusammenschluss mit Derichebourg große Chancen: «Gemeinsame Schwerpunkte und ein ergänzendes Standortnetzwerk» sollen die Branche stärken.
Essingen (dpa/lsw) - Der Verkauf des baden-württembergischen Schrotthändlers Scholz an das französische Recycling- und Entsorgungsunternehmen Derichebourg Environnement SAS ist unter Dach und Fach. Dies teilte die Scholz Gruppe in Essingen (Ostalbkreis) mit. Zuvor war das Unternehmen im vollständigen Besitz einer führenden chinesischen Recyclingfirma gewesen.
Die Rückkehr in europäische Eigentümerschaft und die Formung eines europäischen Branchenführers schafften hervorragende Voraussetzungen, um die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern, so die Scholz Gruppe. «Derichebourg und die Scholz Gruppe verfolgen gemeinsame geschäftliche Schwerpunkte und Ausrichtungen und verfügen über ein sich ergänzendes Standortnetzwerk.»
Angaben zum Verkaufspreis wurden keine gemacht. Hintergrund des Anfang Mai angekündigten Verkaufs war die Schieflage beim Scholz-Mutterkonzern, der Chiho Environmental Group aus Hongkong. Die Scholz Gruppe gehört nach eigenen Angaben in Deutschland und in Europa zu den Schlüsselunternehmen im Bereich Rohstoffrecycling. Das 1872 gegründete deutsche Unternehmen hat mehr als 3.500 Beschäftigte. Derichebourg ist derzeit in 13 Ländern tätig, beschäftigt weltweit rund 5.500 Mitarbeitende und ist an der Pariser Börse notiert.
Im Dezember 2016 schlug das einstige Familienunternehmen Scholz ein neues Kapitel auf. Seitdem war die Scholz Gruppe im vollständigen Besitz der Chiho Environmental Group (CEG), dem führenden chinesischen Recycler und Importeur gemischter Altmetalle und größten Ankäufer alter Elektromotoren aus Europa.