Arbeitsmarkt

Schwache Herbstbelebung: Arbeitslosigkeit sinkt nur leicht

Im Herbst kommt üblicherweise der Arbeitsmarkt in Schwung, doch dieses Jahr fällt der Effekt wegen der Konjunkturschwäche gering aus. Einen Lichtblick gibt es bei den freien Stellen in Hessen.

Blick auf den Frankfurter Osthafen: Der Arbeitsmarkt in Hessen kommt im September trotz der üblichen Belebung nur schleppend in Fahrt. (Archivbild) Foto: Andreas Arnold/dpa
Blick auf den Frankfurter Osthafen: Der Arbeitsmarkt in Hessen kommt im September trotz der üblichen Belebung nur schleppend in Fahrt. (Archivbild)

Frankfurt (dpa/lhe) - Die Herbstbelebung auf dem hessischen Arbeitsmarkt fällt deutlich schwächer aus als üblich. Zwar sank die Arbeitslosigkeit im September leicht um 2,1 Prozent und die Arbeitslosenquote fiel auf 5,9 Prozent, wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt mitteilte. Bereinigt um Saisoneinflüsse stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber August jedoch um rund 2.000 Menschen.

«Mit dem Start von Ausbildungs- und Studiengängen zieht der Arbeitsmarkt normalerweise an und die Arbeitslosigkeit geht zurück», erklärte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion. In diesem Jahr sei der Effekt deutlich schwächer. Nach einem Hoffnungsschimmer im August sei die Arbeitslosigkeit saisonbereinigt wieder gestiegen.

In Hessen waren im September 210.403 Menschen arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um 4.439 Personen gegenüber August, aber ein Anstieg um 3.913 Menschen zum Vorjahr. Mit 5,9 Prozent liegt die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte unter dem Vormonatswert. 

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Deutlich mehr freie Stellen

Einen Lichtblick sieht die Regionaldirektion bei den gemeldeten Arbeitsstellen. So meldeten die hessischen Betriebe 9.897 neue Arbeitsstellen, gut 15 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert in einem September seit 2022.

Derzeit werde die Wirtschaft von Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur getragen. Dagegen habe sich die Lage im verarbeitenden Gewerbe kaum verbessert, der Stellenabbau in der Industrie werde sich fortsetzen. Für eine wirtschaftliche Erholung und damit eine Aufhellung am Arbeitsmarkt brauche es den privaten Konsum und private Investitionen, sagte Martin. «Solange diese ausbleiben, werden wir keine Trendwende bei der Erwerbstätigkeit sehen.»