Sechs Männer nach neun Geldautomatensprengungen angeklagt
Sechs Männer sollen an neun Geldautomatensprengungen beteiligt gewesen sein. Die Anklage wirft ihnen unter anderem Sprengstoffexplosionen und schweren Diebstahl vor.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat in zwei weiteren Verfahren Anklage gegen sechs mutmaßliche Geldautomatensprenger erhoben. Den 23 bis 34 Jahre alten Beschuldigten aus den Niederlanden, Belgien und Liberia wird vorgeworfen, in wechselnder Besetzung an insgesamt neun Taten beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben der Behörde beläuft sich die Beute auf mehr als 457.000 Euro, der Schaden auf rund 493.000 Euro.
Die Anklagen wurden an den Landgerichten Darmstadt und Kassel erhoben, die nun über die Eröffnung der Hauptverfahren entscheiden werden. Vorgeworfen werden den Männern unter anderem das Herbeiführen von Sprengstoffexplosionen, besonders schwerer Diebstahl sowie Sachbeschädigung. Bei einigen der Taten blieb es beim Versuch. Wird die Anklage zugelassen, setzen die Gerichte Prozesstermine fest.
Zu den Tatorten zählen nach Angaben der Ermittler Hofheim, Groß-Umstadt, Vellmar, Fürth im Odenwald und Mörfelden-Walldorf in Hessen sowie Xanten, Erkelenz und Borken in Nordrhein-Westfalen. Außerdem Riederich in Baden-Württemberg. In zwei Fällen sei es den Tätern trotz Explosion nicht gelungen, die Automaten zu öffnen. In zwei weiteren Fällen seien sie bei der Vorbereitung geflohen, nachdem sie entdeckt worden seien. Bei einer Tat in Erkelenz hätten die Täter die Beute nach einem Unfall auf der Flucht zurückgelassen.
Zahl der Taten in Hessen gesunken
Die Ermittlungen führte die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gemeinsam mit mehreren Landeskriminalämtern, Polizeipräsidien sowie mit Unterstützung von BKA und Europol. Bereits im vergangenen Jahr hatte es in den Niederlanden Durchsuchungen und Festnahmen in dem Ermittlungskomplex gegeben.
In Hessen ist die Zahl der Geldautomatensprengungen nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft zuletzt deutlich gesunken: 2025 seien sechs Fälle registriert worden, nach 24 im Jahr 2024 und 61 im Jahr 2023. In diesem Jahr habe es bislang eine Tat ohne Beute gegeben.