Rauschgiftkriminalität

Staatsanwaltschaft klagt mutmaßliche Kokainhändler an

Die Mitglieder der Bande bezeichnen sich selbst als «Firma». Sie sollen Kokain im Wert von vielen Millionen Euro verkauft haben – auch in München. Nun gibt es weitere Anklagen.

Die Bande soll Millionen mit Kokain verdient haben. (Symbolbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Die Bande soll Millionen mit Kokain verdient haben. (Symbolbild)

München (dpa) - Die Staatsanwaltschaft München I hat zwei mutmaßliche Drogenhändler angeklagt, die Kokain in großem Stil in München verkauft haben sollen. Einer der Beschuldigten soll ein Mitglied der als «Die Firma» bezeichneten Drogenbande sein, teilte die Behörde mit. Gegen die international agierenden Gruppierung laufen bereits seit 2022 umfangreiche Ermittlungen in mehreren Bundesländern.

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Der 39-Jährige soll zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 in München 123 Kilogramm Kokain verkauft haben – Umsatz knapp drei Millionen Euro. Das Geld möchten die Ermittler gerne einziehen, insofern es zu einem Prozess und der Verurteilung des Mannes am Landgericht München I kommen sollte.

Von Frankfurt nach München

Für die Gruppe soll der 39-Jährige seit 2021 als Koordinator und Disponent für den Verkauf von Kokain in Süddeutschland tätig gewesen sein. Womöglich sei er für die Koordinierung der aus Frankfurt am Main eintreffenden Rauschgiftkuriere, den Weiterverkauf des Kokains sowie den Rückfluss der Einnahmen nach Frankfurt verantwortlich gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Mann wurde demnach im vergangenen Dezember festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. 

Auch einen mutmaßlichen Komplizen des Beschuldigten hat die Staatsanwaltschaft angeklagt. Ermittler hatten bei dem 33-Jährigen im vergangenen November 22 Kilo Kokain und 57.000 Euro mutmaßliches Drogengeld gefunden. Dem Verdächtigen wird vorgeworfen, im April und im November 2025 in München 28 Kilo Kokain verkauft zu haben. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Ermittlungen gegen weiteren Mann

Der Behörde zufolge ist in die Drogenmachenschaften ein weiterer Mann verstrickt, der im vergangenen Dezember festgenommen worden war. Der 34-Jährige soll dabei mit einem Auto und hohem Tempo auf die Einsatzkräfte zugefahren sein. Der Verdächtige war damals durch einen Polizeischuss gestoppt und verletzt worden. 

Gegen den Mann wird wegen versuchten Mordes und bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln ermittelt. Bei der 
Durchsuchung seiner Wohnung waren mehrere Kilo Amphetamin 
und Schusswaffen entdeckt worden. Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft.

Mehrere Urteile gegen Bandenmitglieder

Gegen die «Firma» ermittelt vor allem die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – es gebe 33 weitere Verdächtige. Die Bande soll laut den Ermittlern im Jahr 2020 etwa 380 Kilo Kokain für rund 10 Millionen Euro und in den Jahren 2023 und 2024 etwa 725 Kilo Kokain für rund 15,5 Millionen Euro umgesetzt haben. Es gibt bereits mehrere rechtskräftige Urteile gegen Mitglieder der Gruppe, zudem sind weitere Anklagen am Landgericht Frankfurt am Main anhängig.