Starlink-Anschlag: Mutmaßlicher Auftraggeber festgenommen
Nach dem Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen sitzt nun auch der mutmaßliche Auftraggeber in Untersuchungshaft. Was die Ermittler bei ihm sicherstellten.
Stuttgart (dpa) - Nach einem Brandanschlag auf die Bodenstation des Satellitennetzes Starlink in Polen und zwei Festnahmen sitzt auch der mutmaßliche Auftraggeber in Untersuchungshaft. Spezialeinheiten der Polizei nahmen den Mann mit türkischer Staatsbürgerschaft im Landkreis Reutlingen fest, wie das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) und die Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart mitteilten.
Mitte Oktober waren bereits zwei weitere Türken auf polnisches Ersuchen in Nürtingen festgenommen worden. Gegen sie wird derzeit ein Auslieferungsverfahren geführt. Das Satellitennetz Starlink ist ein strategisch wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung gegen Russlands Angriffskrieg.
Auftrag für Brandanschlag in Polen
Nach LKA-Angaben wird dem nun verhafteten Mann vorgeworfen, eine terroristische Straftat vorbereitet zu haben. Er habe nach den bisherigen Ermittlungen die beiden Männer von Deutschland aus beauftragt, den Brandanschlag in Polen zu begehen. Gegen den Mann wurde nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft ein eigenes nationales Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Die mutmaßlichen Saboteure seien in der Nacht auf den 23. September 2026 nach Polen gefahren worden, um dort das Starlink-Terminal in Brand zu setzen, hieß es weiter. Bei dem Mann aus dem Kreis Reutlingen seien unter anderem acht Mobiltelefone und Munition sichergestellt worden. Die Regierung in Warschau vermutet nach früheren eigenen Angaben, dass russische Geheimdienste hinter dem Feuer stehen.
Anschlagsziele auch in Litauen und Bulgarien
Ende September war in Wolda Krobowska südlich von Warschau ein Brand in einem Starlink-Terminal ausgebrochen, das auch für die Sicherheit des Internetbetriebs in der Ukraine wichtig ist. Auch in Litauen und Bulgarien war Mitte Oktober versucht worden, Starlink-Anlagen auf einem Firmengelände mit Brennflüssigkeiten und Molotowcocktails in Brand zu setzen. Diese Anschläge sind nicht Teil des Haftbefehls. Zwei Deutsche wurden nach dem Brandanschlag bei Sofia Mitte Oktober in Duisburg festgenommen und befinden sich in Auslieferungshaft.