Studie: Zahl der Ausbildungsverträge in Hessen gesunken
Gütersloh (dpa/lhe) - In Hessen ist die Zahl der abgeschlossenen dualen und schulischen Ausbildungsverträge einer Studie zufolge binnen zehn Jahren gesunken. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Länderbericht «Monitor Ausbildungschancen 2023» im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht, wurden 2021 noch 46.800 Ausbildungsverträge unterzeichnet. Das waren etwa 7400 weniger als noch 2011 und entspricht einem Rückgang von etwa 14 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei minus 12,5 Prozent.
Der Rückgang betrifft nur den Bereich der dualen Ausbildung in Rheinland-Pfalz. Das Minus beträgt dort etwa 20 Prozent binnen zehn Jahren (bundesweit minus 18 Prozent), wie es in der Analyse des Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) heißt.
Bei der schulischen Berufsausbildung wurde hingegen ein Plus von 6 Prozent verzeichnet. Damit zählt Hessen zu den 11 von 16 Bundesländern mit einem Anstieg, deutschlandweit liegt der Schnitt bei plus 1 Prozent.
Die duale Ausbildung erfolgt in Ausbildungsbetrieb und Berufsschule. Die schulische Berufsausbildung findet überwiegend in der Berufsschule statt, etwa für die Branchen Gesundheit und Erziehung. Angesichts des Fachkräftemangels brauchten beide Ausbildungsbereiche mehr Nachwuchs, betonte der Studienautor, FiBS-Direktor Dieter Dohmen. Es müsse gelingen, wieder viel mehr junge Leute in Ausbildung zu bringen.
Für die Studie wurden unter anderem Daten der Ausbildungsstatistik des Bundesinstituts für Berufsbildung, der Bundesagentur für Arbeit, des Statistischen Bundesamts sowie des Statistischen Amts der Europäischen Union ausgewertet.