Flucht aus dem Irak

Tochter auf Flucht aus Irak vergewaltigt? - Prozessbeginn

Die angeklagten Taten liegen bereits fast 30 Jahre zurück. Während der Flucht soll der Mann die schutzlose Lage seiner Tochter für etliche Vergewaltigungen genutzt haben.

In den 1990er Jahren soll ein Mann seine Tochter vergewaltigt haben, nun beginnt der Prozess gegen ihn. (Archivbild) Foto: Arne Dedert/dpa
In den 1990er Jahren soll ein Mann seine Tochter vergewaltigt haben, nun beginnt der Prozess gegen ihn. (Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Ein Vater soll auf der Flucht aus dem Irak in den 1990er Jahren seine Tochter mehrfach vergewaltigt haben - nun hat im Frankfurter Landgericht der Prozess gegen den 79-Jährigen begonnen. «Sie war ihm schutzlos ausgeliefert», las die Staatsanwältin aus der Anklage vor. Die Tochter hatte die mutmaßlichen Taten erst knapp 30 Jahre später angezeigt. 

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Der im Rollstuhl sitzende Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Sein Rechtsanwalt legte ein ärztliches Attest vor, nachdem er «auf Dauer nicht verhandlungsfähig» sei, unter anderem wegen zunehmender Demenz. Der in Frankfurt lebende Mann soll bis zum nächsten Verhandlungstermin von einem Sachverständigen auf seine Verhandlungsfähigkeit untersucht werden. 

Der Anklage zufolge war die Familie im Jahr 1995 zunächst gemeinsam wegen der politischen Lage aus dem Irak geflohen. Dann wurde sie getrennt, sodass Tochter und Vater alleine unterwegs waren. Auf einer Toilette in einem Lager in Litauen, das aus einem Loch in einem Boden bestand, soll der Mann die damals 21-Jährige zum ersten Mal vergewaltigt haben. Dabei soll er ihr mit dem Tod gedroht haben, falls sie jemandem davon erzähle. 

Vergewaltigung im Wald

Laut Staatsanwaltschaft folgten weitere neun Vergewaltigungen unter anderem in einem Wald in Armenien sowie in der Wohnung eines Schleusers und auf einem Ruderboot jeweils in Kasachstan - zum Teil begleitet von Schlägen und trotz der heftigen Gegenwehr der im Jahr 1975 geborenen Frau. Bei der Vergewaltigung auf dem Ruderboot hatte er seiner Tochter, die große Angst vor Wasser hatte und nicht schwimmen konnte, den Angaben zufolge gedroht, sie in den See zu werfen. Erst als die Familie im Jahr 1997 in Deutschland wieder vereint war, soll der Vater sich nicht mehr an ihr vergangen haben.