Lyssavirus

Tollwut bei Fledermaus im Kreis Bergstraße nachgewiesen

Eine Fledermaus in Südhessen hat sich mit Fledermaustollwut infiziert. Ein Grund zur Sorge sei das aber nicht, sagt der Landkreis - und gibt Tipps.

Wer eine Fledermaus findet, sollte sie nicht mit bloßen Händen anfassen. (Symbolbild) Foto: Marcus Brandt/dpa
Wer eine Fledermaus findet, sollte sie nicht mit bloßen Händen anfassen. (Symbolbild)

Heppenheim (dpa/lhe) - Bei einer Fledermaus im Landkreis Bergstraße ist Fledermaustollwut nachgewiesen worden. Das aufgefundene Tier war in eine Auffangstation gebracht worden, wo es sich ungewöhnlich aggressiv verhielt, wie der Landkreis mitteilte. Eine Untersuchung im Labor bestätigte demnach den Verdacht, dass die Fledermaus mit einem Tollwutvirus infiziert war.

Risiko für Menschen sehr gering

Der Landkreis gibt allerdings Entwarnung: Ein Grund zur Sorge sei der aktuelle Nachweis nicht. Die Erkrankung könne zwar grundsätzlich auch auf Menschen übertragen werden, aber im Alltag sei das Risiko dafür sehr gering. Um sich zu infizieren, müsste ein Mensch demnach in direkten Kontakt mit einer infizierten Fledermaus geraten, zum Beispiel durch einen Biss oder Kratzer. Normalerweise sind Fledermäuse aber scheue Tiere, die Menschen lieber aus dem Weg gehen.

Fledermaustollwut ist nicht mit der klassischen terrestrischen Tollwut gleichzusetzen: Diese gilt in Deutschland schon seit 2008 offiziell als getilgt. Bei Fledermäusen werden hingegen weiterhin verschiedene der sogenannten Lyssaviren nachgewiesen. In Rheinland-Pfalz etwa gab es im August den ersten bestätigten Nachweis seit 2010.

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Was das Veterinäramt empfiehlt

  • Fledermäuse grundsätzlich nicht mit bloßen Händen anfassen - vor allem, wenn sie sich etwa auffällig verhalten, nicht fliegen können, vermeintlich geschwächt oder tot sind. Wenn es nicht anders geht: bissfeste Handschuhe tragen.
  • Auch Haustiere sollten von aufgefundenen Fledermäusen ferngehalten werden, da das Virus auch auf andere Säugetiere übertragen werden kann.
  • Wenn es trotzdem zu einem direkten Kontakt kommt: Die betroffene Stelle gründlich mit Wasser und Seife reinigen und sofort zum Arzt gehen. 
  • Wer eine Fledermaus findet, sollte sich zunächst beim Veterinäramt melden und das weitere Vorgehen abstimmen.