Austritt aus Großregion

Umfrage: Elsass pocht weiter auf Eigenständigkeit

Viele Menschen im Elsass identifizieren sich mit ihrer Region und wünschen sich laut einer Befragung mehr Eigenständigkeit. Die Chancen darauf stehen für die französische Grenzregion aber schlecht.

Viele Menschen im Elsass identifizieren sich mit ihrer Region (Archivbild). Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Viele Menschen im Elsass identifizieren sich mit ihrer Region (Archivbild).

Straßburg (dpa) - Im Elsass gibt es bei vielen Menschen laut einer Umfrage weiter den Wunsch nach mehr Eigenständigkeit. Wie eine in Paris vorgestellte Befragung des Meinungsforschungsinstitut Ifop ergab, wünschen sich 70 Prozent der Menschen, dass das 2016 in der Region Grand Est aufgegangene Elsass wieder selbstständig wird. Bei einem Referendum zu dieser Frage würden laut der Befragung 72 Prozent der Menschen dafür stimmen. Auftraggeber für die Umfrage waren drei Verbände, die für mehr Selbstständigkeit der französischen Grenzregion kämpfen.

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2016 wurden die früheren Regionen Elsass, Lothringen und Champagne-Ardennes zur neuen Région Grand Est vereint. Das Elsass tauchte damit auf Verwaltungsebene praktisch nicht mehr auf, was dort auf viel Kritik stieß. Daraufhin wurde 2021 die Europäische Gebietskörperschaft Elsass mit Sonderrechten, etwa in der Zusammenarbeit mit Deutschland, geschaffen. Dennoch ringen etliche Regionalpolitiker im Elsass um einen Austritt aus der Région Grand Est und eine neue Selbstständigkeit.

Politisch stehen die Zeichen im Zentralstaat Frankreich dafür aber im Moment nicht gut. Präsident Emmanuel Macron erteilte dem vor gut einem Jahr eine Absage, allenfalls könnten weitere Kompetenzen an die Gebietskörperschaft übertragen werden, meinte der Präsident.