Kriminalität

Untreue-Prozess gegen Rechtsanwältin ausgesetzt

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Wegen möglicher Verhandlungsunfähigkeit ist der Untreue-Prozess gegen eine 42 Jahre alte Rechtsanwältin und Betreuerin am Dienstag vom Landgericht Frankfurt vorläufig ausgesetzt worden. Die Frau solle im Rahmen einer einstweiligen Unterbringung psychiatrisch untersucht werden, hieß es. Dem Vernehmen nach leidet sie an starken Depressionen.

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Laut der am Dienstag verlesenen Anklage soll sie in Dutzenden Fällen Testamente gefälscht haben, um sich selbst größere Geldbeträge von älteren und gebrechlichen Menschen zukommen zu lassen. In einem Fall soll sie von einer alten Dame allein 180.000 Euro abgezweigt haben. Mit dem Geld soll sie unter anderem ihre Wohnung ausgestattet und Küchengeräte gekauft haben. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Anklage auf rund 284.000 Euro innerhalb von fünf Jahren zwischen 2015 und 2020.

2019 war ihr deshalb bereits die Zulassung zur Anwaltschaft entzogen worden. Ob und gegebenenfalls wann gegen die Frau verhandelt werden kann, ist unklar. Die Strafkammer hatte ursprünglich sechs Verhandlungstage für den Prozess terminiert, bei dem vor allem nachfolgende Betreuer der Opfer als Zeugen gehört werden sollten. Von den geschädigten Senioren dagegen konnte niemand mehr geladen werden - entweder sie waren verstorben oder nicht vernehmungsfähig.