Unwetterschäden in Kassel gehen in Millionenhöhe
Sturm, Starkregen und Hagel: Das Unwetter vor gut vier Wochen hat besonders Nordhessen getroffen. Die Stadt und der Landkreis Kassel melden allein an ihren Liegenschaften Schäden in Millionenhöhe.
Kassel (dpa/lhe) - Das schwere Unwetter vor gut vier Wochen hat an Gebäuden der Stadt und des Landkreises Kassel Schäden in Millionenhöhe verursacht. Allein in Kassel wurden rund 165 städtische oder städtisch genutzte Liegenschaften beschädigt, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. «Bereits jetzt ist absehbar, dass allein bei den städtischen Gebäuden Schäden in Millionenhöhe entstanden sind und die Sanierung der am schwersten betroffenen Gebäude mindestens bis ins kommende Frühjahr dauern wird», sagte Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) demnach. Hinzu kämen Kosten von mehr als 250 000 Euro für Schäden an Bäumen und auf Freiflächen.
Eine belastbare Aussage zu den verursachten Kosten sowie zur Dauer der Sanierungsarbeiten sei derzeit leider noch nicht möglich. «Aufgrund der Vielzahl der Schadensfälle konnten seitens des Gebäudeversicherers noch nicht alle gemeldeten Hagel- und Sturmschäden durch einen Sachverständigen begutachtet werden», erläuterte der Leiter des Amts für Hochbau und Gebäudebewirtschaftung Axel Jäger. In vielen Liegenschaften sei die Begutachtung durch verschiedene Sachverständige notwendig, etwa für Dach- oder Anlagenschäden. Für die abschließende Begutachtung aller Schäden seien sicherlich noch einige Wochen erforderlich.
«Bis heute steht allein bei den Hagel- und Sturmschäden in 58 Liegenschaften die Begutachtung durch die Sachverständigen des Gebäudeversicherers noch aus», ergänzte Jäger. Darunter befänden sich unter anderem rund 33 Schulen, sieben Kitas, Verwaltungs- und Außenstandorte, der Bauhof sowie einige Feuerwehrgebäude. Bei einem Großteil der Liegenschaften habe aber durch umgehend beauftragte Notmaßnahmen die Nutzung wieder ermöglicht werden können.
Ähnlich stellt sich die Situation im Landkreis Kassel dar: Dort seien 28 Schulstandorte, sechs Gemeinschaftsunterkünfte, das Kreishaus sowie zwei Außenstellen betroffen, hieß es kürzlich. Wie hoch die Kosten für die Instandsetzung der Gebäude unterm Strich tatsächlich ausfallen und wie viel die Gebäudeversicherung regulieren werde, bleibe abzuwarten. «Wir gehen von mindestens 1,5 Millionen Euro Schaden an den kreiseigenen Gebäuden aus. Darüber hinaus belaufen sich die Schäden an den Dienstfahrzeugen auf mindesten 100 000 Euro», erklärte Landrat Andreas Siebert (SPD). «Es wird noch etliche Monate dauern, bis alle Spuren des Unwetters beseitigt sind.»
Ein Unwetter mit Sturm, Starkregen und Hagel war am 22. Juni vor allem über Nordhessen gezogen. Es habe «eine Spur der Verwüstung durch das Kasseler Stadtgebiet gezogen» erklärte ein Sprecher der Stadt später.