Gewerkschaft

Verdi fordert pauschal höheren Stundenlohn im Einzelhandel

Ein Beschäftigter trägt bei einem Warnstreik eine Warnweste von Verdi. Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild
Ein Beschäftigter trägt bei einem Warnstreik eine Warnweste von Verdi.

Frankfurt (dpa/lhe) - Vor dem Beginn der Tarifverhandlungen für den Einzel- und Versandhandel in Hessen hat die Gewerkschaft Verdi eine pauschale Erhöhung der Stundensätze gefordert. Die etwa 235.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Branche sollen demnach 2,50 Euro mehr pro Stunde verdienen, teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Das entspreche in der am weitesten verbreiteten Ecklohngruppe einer Erhöhung um 14,4 Prozent, sagte ein Verdi-Sprecher auf Nachfrage. Außerdem sollen die monatlichen Ausbildungsvergütungen um einheitlich 250 Euro in jedem Ausbildungsjahr angehoben werden.

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In der vergangenen Woche hatten Verhandlungen in Baden-Württemberg bundesweit die Tarifrunde im Einzelhandel eingeläutet. Die Südwest-Arbeitgeber hatten dabei eine zweistufige Lohnerhöhung von insgesamt fünf Prozent über zwei Jahre angeboten. Die Verhandlungskommission der Arbeitnehmer wies das Angebot einstimmig als unzureichend zurück. Sie hatte - abweichend vom übrigen Bundesgebiet - statt der pauschalen Stundenlohnerhöhung 15 Prozent mehr Geld verlangt.

Der Vorschlag der Arbeitgeber sei «weit weg von den nachweisbaren Bedürfnissen der Beschäftigten und den Notwendigkeiten ihrer aktuellen wirtschaftlich prekären Situation», erklärte der hessische Verhandlungsführer und Verdi-Vertreter Marcel Schäuble. «Sollten die Arbeitgeber:innen bei uns am kommenden Montag nur auf Hessisch wiederholen, was wir längst auf Baden-Württembergisch kennenlernten, dann sind die ersten Verhandlungen rasch beendet.»

In Hessen starten die Tarifparteien Verdi und der hessische Handelsverband am Montag (11.00 Uhr) in Raunheim bei Frankfurt ihre Verhandlungen.