Ermittlungen gegen Polizisten

Verzögerte Ermittlungen: Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein

Bei der Bearbeitung einer Anzeige gegen Polizisten in Frankfurt soll es Verzögerungen gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein.

Die Staatsanwaltschaft bedauerte, dass es zu Verzögerungen gekommen sei. (Symbolbild) Foto: Boris Roessler/dpa
Die Staatsanwaltschaft bedauerte, dass es zu Verzögerungen gekommen sei. (Symbolbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat eine Anzeige gegen Polizeibeamte wegen Nötigung und Beleidigung fast ein Jahr lang nur zögerlich bearbeitet. Das hat die Staatsanwaltschaft selbst eingeräumt. Die Vorwürfe seien im Januar dieses Jahres bekanntgeworden. «Sodann wurden ermittlungsfördernde Maßnahmen ergriffen, jedoch nicht in einem Maße, das der Sache angemessen gewesen wäre», räumte die Staatsanwaltschaft ein. 

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Zunächst hatte die «Frankfurter Rundschau» über den Fall berichtet. Demnach gab es im Dezember 2024 eine Anzeige gegen Beamte des 4. Reviers. Laut Staatsanwaltschaft soll nach einer Festnahme eine gefesselte Person erniedrigt worden sein. Andere Polizeibeamte, die nicht aus Frankfurt kämen, hätten auf die Vorfälle aufmerksam gemacht. 

Interne Aufarbeitung angekündigt

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte, es sei bedauerlich, «dass es in diesem Fall zu vermeidbaren Verzögerungen gekommen ist». Es gebe bereits eine interne Aufarbeitung. 

Die Frankfurter Polizei war zuletzt immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Im Fokus steht das 1. Polizeirevier. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen 17 Polizistinnen und Polizisten einer Dienstgruppe. Ihnen wird Körperverletzung, Strafvereitelung im Amt sowie die Verfolgung Unschuldiger vorgeworfen. Gegen sie wurden Disziplinarmaßnahmen eingeleitet, einigen droht ein Dienstverbot. Die Spitze des 1. Polizeireviers wurde ausgewechselt.