Hilfe für Mütter in Not

Vor 25 Jahren öffnete die erste Babyklappe in Hessen

Im September 2001 wurde in Hanau die erste hessische Babyklappe eingeweiht. Wie viele Kinder wurden seitdem abgegeben - und wo gibt es weitere Einrichtungen?

Seit der Eröffnung im Jahr 2001 wurden in Hanau 27 Babys abgegeben. Foto: Andreas Arnold/dpa
Seit der Eröffnung im Jahr 2001 wurden in Hanau 27 Babys abgegeben.

Hanau (dpa/lhe) - Seit einem Vierteljahrhundert können am St. Vinzenz-Krankenhaus in Hanau Neugeborene anonym abgegeben werden. Die erste Babyklappe Hessens eröffnete am 19. September 2001. «Jeder Fall ist einzigartig und berührt mich», sagte Krankenschwester und Seelsorgerin Annette Biecker, die seit den Anfangstagen dabei ist. 

Der Träger der Babyklappe, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Fulda, betreibt inzwischen hessenweit drei Babyklappen. Auf Hanau folgten binnen eineinhalb Jahren noch Fulda und Kassel. Seitdem wurden laut den Angaben an den drei Standorten 54 Kinder abgegeben, davon 27 in Hanau. 

Auf die Idee der Babyklappe in Hanau seien sie gekommen, weil man damals immer wieder in der Presse von ausgesetzten Babys gelesen habe, sagte Mitinitiatorin Marion Meister vom SkF. Nach der Eröffnung habe es noch rund vier Monate gedauert, bis das erste Baby in Hanau abgegeben worden sei. 

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Bundesweit erste Babyklappe eröffnete 2000 in Hamburg

Die bundesweit erste Babyklappe wurde im Jahr 2000 in Hamburg eingerichtet. In Hessen gibt es neben den drei Klappen des SkF Fulda noch weitere, etwa an den Hochtaunus Kliniken in Bad Homburg. Dort werden etwa ein bis zwei Babys in Jahr abgegeben, manchmal auch keines, wie eine Sprecherin sagte. 

Seit 2009 gibt es eine Babyklappe am Klinikum Waldeck-Frankenberg in Korbach. Es sei eine «sichere, würdige und anonyme Möglichkeit, Mütter in einer Notsituation zu unterstützen und Babys zu schützen», erklärte eine Sprecherin. «Seit Bestehen wurden zwei Babys bei uns abgelegt, von denen eines im Nachgang von der Mutter wieder zurückgenommen wurde.» 

Allerdings gelten Babyklappen auch als umstritten. Kritiker bemängeln, dass das Konzept das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft verletzt. Seit 2014 gibt es etwa auch die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.