Wadephul zu Festnahmen: Wir sind im Fadenkreuz Russlands
In Deutschland werden mutmaßliche Saboteure festgenommen, die einen Brandanschlag in Polen verübt haben sollen. Der deutsche Außenminister fordert bei einem Besuch in Warschau Konsequenzen.
Warschau (dpa) - Außenminister Johann Wadephul fordert angesichts der Festnahme zweier mutmaßlicher Saboteure in Deutschland, die einen Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen verübt haben sollen, eine noch engere europäische Zusammenarbeit gegen solche Attacken. «Wir sind im Fadenkreuz Russlands», sagte der CDU-Politiker vor Journalisten am Rande eines Sicherheitsforums in der polnischen Hauptstadt Warschau. Zuvor hatte er sich mit seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski beraten.
«Wir werden angegriffen und das geschieht eben nicht nur in der Ukraine, sondern überall in Europa», warnte Wadephul. «Das bedeutet, wir müssen unsere Zusammenarbeit verstärken.» Zugleich zeigten die Festnahmen in Deutschland, dass die Sicherheitszusammenarbeit funktioniere. Es gebe eine intakte, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Bündnis zwischen allen Sicherheitsbehörden, nicht nur militärisch, sondern auch, was die Nachrichtendienste angehe.
Wadephul: Russland wird Spaltung nicht gelingen
«Es wird Russland nicht gelingen, unsere Gesellschaften zu spalten», sagte Wadephul. Im Gegenteil würden solche Attacken zur Erkenntnis führen, «dass Russland uns alle angreift und dass wir noch enger zusammenzustehen haben». Allerdings müsse auch national darüber nachgedacht werden, was noch mehr getan werden könne, forderte der Bundesaußenminister.
In Deutschland sei man dabei, den Bundesnachrichtendienst als deutschen Auslandsgeheimdienst in die Lage zu versetzen, Maßnahmen zu ergreifen, die solchen Tätern das Handwerk früher legen könnten, sagte Wadephul. Zudem müsse die zivile Verteidigung auf neue Beine gestellt werden - «das ist der neuen Sicherheitslage geschuldet».
Nach polnischen Regierungsangaben wurden zwei mutmaßliche Saboteure, die einen Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen verübt haben sollen, in Deutschland gefasst. Das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart bestätigte, dass in Nürtingen in Baden-Württemberg zwei Männer auf polnisches Ersuchen hin festgenommen wurden - ohne Angaben zu den Hintergründen zu machen.