Warum Mario Götze nicht bei Klopp in Liverpool gelandet ist
Das Finaltor bei der Fußball-WM 2014 macht Mario Götze berühmt. Am Rande des Turniers in den USA verrät er nun, welchen Wechselfehler er begangen hat.
New York (dpa) - Mario Götze war nahe an einem Wechsel zum FC Liverpool mit dem damaligen Trainer Jürgen Klopp und bereut rückblickend, stattdessen zu Borussia Dortmund zurückgekehrt zu sein. «Das war nicht die richtige Idee», sagte der 34-Jährige am Rande der Fußball-Weltmeisterschaft im Interview von «The Athletic».
Götze, der 2014 mit seinem Finaltor gegen Argentinien der deutschen Nationalmannschaft den WM-Titel beschert hatte, war 2016 vom damaligen deutschen Meister FC Bayern München zum BVB zurückgekehrt. Unter Trainer Thomas Tuchel hatten die Dortmunder mit ihrer besten Punktausbeute in der Bundesliga-Geschichte Platz zwei belegt. «Ich dachte: "Okay, ich kenne das Umfeld. Sie haben eine gute Mannschaft. Vielleicht können wir Bayern herausfordern"», begründete der Offensivspieler von Eintracht Frankfurt seine damalige Entscheidung.
Besuch in Liverpool bei Klopp
Andere Optionen wären Clubs in Großbritannien oder Italien gewesen, verriet Götze nun, «aber diese Mannschaften spielten nicht in der Champions League». Der FC Liverpool hatte unter Klopp, der das Team 2015 übernommen hatte, als Achter den Europacup verpasst. «Liverpool lag nahe. Klopp war dort. Ich war in Liverpool, um ihn zu besuchen», erzählte Götze.
Er bereue «zu 100 Prozent», nicht dorthin gewechselt zu sein. «Dann versuche ich zu verstehen: War es der Verein oder Klopp, der mich in Dortmund zu dem Spieler und Menschen gemacht hat, der ich war? Rückblickend hatte er einen enormen Einfluss auf mich und den Verein», erklärte der 34-Jährige.
Anspruchsdenken stand im Weg
Zugleich gab er zu, dass ihn sein persönliches Anspruchsdenken von einem Wechsel nach Liverpool abgehalten hat. Ihm habe die Idee sehr gut gefallen, zu Klopp zu gehen, aber der Verein sei in einer schwierigen Situation gewesen. Liverpool habe in der Europa League gespielt, er aber sei vom FC Bayern gekommen, habe regelmäßig in der Champions League gespielt und immer das Halbfinale erreicht. «Das waren meine Erwartungen. Ich verstand damals nicht, dass manche Dinge Zeit brauchen. Im Nachhinein ist es natürlich leicht, aber das ist eine wichtige Lektion für mich», gestand Götze.
An Klopp, der Favorit auf das Amt als nächster Bundestrainer ist, schätzt er am meisten dessen kommunikative Art. «Was er versteht, und was die meisten Trainer vielleicht nicht verstehen, ist, wie man mit Menschen umgeht. Spieler führen, Erwartungen managen, die Mannschaft als Ganzes formen - das hat er perfekt verstanden. Er weiß genau, was er will und fordert», sagte Götze. Deswegen sei Klopp so erfolgreich gewesen.