Was den Innenminister in Yad Vashem betroffen macht
In Jerusalem wird Manuel Hagel besonders bei der Erinnerung an ermordete Kinder schwer ums Herz – der dreifache Vater zieht daraus Schlüsse für den Kampf gegen Extremismus.
Stuttgart (dpa/lsw) - Der baden-württembergische Innenminister Manuel Hagel hat bei einem Besuch der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu einem entschlosseneren Kampf gegen Extremismus aufgerufen. «Die Bilder gerade hier im Nahen Osten, im Heiligen Land, zeigen, dass Extremismus am Ende immer zerstört und dass Extremismus am Ende immer Menschenleben kostet», sagte der CDU-Politiker der dpa auf die Frage, ob er es für möglich halte, dass sich dieses Unheil wiederholen könnte, wenn die AfD irgendwann regieren sollte. «Und deshalb treten wir ihm so entschieden entgegen.»
Yad Vashem in Jerusalem ist die größte Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Hagel legte einen Kranz an dem Mahnmal nieder. Der 38-Jährige zeigte sich persönlich betroffen beim Besuch der Gedenkstätte. Gerade bei der Erinnerung an die vielen ermordeten Kinder werde ihm «sehr, sehr schwer ums Herz», sagte Hagel, der selbst dreifacher Vater ist. Es sei eine Aufgabe für alle, dass dieses unermessliche Leid nie wieder geschehe.
Cyberabwehr und Gedenken
«Die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit verschwimmen immer mehr», sagte Hagel. Darauf gebe man zwei Antworten: Bildung und Wissen einerseits und der Schutz der Verfassung andererseits. Man werde den Feinden der Demokratie mit aller Härte entgegentreten.
Baden-Württembergs Innenminister befindet sich auf einer mehrtägigen Reise durch Israel. Dabei geht es um den Schutz vor Cyberangriffen, die Abwehr von Drohnen und das Gedenken an die Opfer des Hamas-Terrors. Am Montag, dem Jahrestag der Novemberpogrome von 1938, ist ein Besuch der Gedenkstätte auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals geplant. Dort hatten Terroristen beim Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 viele Menschen ermordet.