Weiterhin mehr als 26.000 Baustellen bei der Bahn
Es wird viel gebaut bei der Deutschen Bahn. Das gilt auch für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Wie es hier weitergeht, erklärt der neue Konzernbevollmächtigte für die Region.
Frankfurt/Mainz (dpa) - Verzögerungen und Ersatzverkehr wegen Bauarbeiten gibt es aktuell an vielen Stellen bei der Deutschen Bahn - in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind es dieses Jahr nach Angaben des Unternehmens insgesamt mehr als 26.000 Baustellen. «Mit einer ähnlichen Zahl muss auch in den kommenden Jahren gerechnet werden», sagte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für die drei Bundesländer, Ismail Ertug, der Deutschen Presse-Agentur.
Es wäre grundfalsch, den Menschen zu sagen, in sechs Monaten oder in einem Jahr wird es besser. «Es wird mit Sicherheit besser werden, aber nicht kurzfristig. Dafür ist einfach zu viel in den vergangenen Jahren versäumt worden», sagte Ertug, der seit Januar 2026 im Amt ist. Ein Konzernbevollmächtigter ist in der Region erster Ansprechpartner der DB für Politik, Verwaltung und Ministerien, Wirtschaft und Verbände.
Mit einem Jahrzehnt werde man rechnen müssen, indem permanent gebaut werde, sagte Ertug. Bei der Zahl von 26.000 seien auch kleinere Instandhaltungen dabei - ebenso wie die Sanierung größerer Achsen.
Schienennetz teils maroder als in Bundesschnitt
In den drei Bundesländern, für die Ertug zuständig ist, befinden sich wichtige Knotenpunkte. Die Zustandsnoten für das Schienennetz lagen laut Bahn 2025 bei 3,16 (Rheinland-Pfalz), 3,10 (Saarland) und 2,90 (Hessen) - damit war die Region teils schlechter aufgestellt als im Bundesschnitt von 3,0.
Für die Reisenden soll es leichter werden, trotz Baustellen verlässlich weiterzukommen: Baumaßnahmen sollen besser und frühzeitiger abgestimmt und kommuniziert werden, sagte Ertug: «Dazu sind regelmäßige Bauinfo-Termine mit allen Beteiligten eingeführt worden, auch den Verkehrsverbünden und betroffenen Kommunen.»
«Planbarkeit in der Vergangenheit nicht so gegeben»
Dies gelte auch für die Abstimmung innerhalb der DB. «Ich glaube, die Menschen ärgert eher nicht, dass sie 15 Minuten länger fahren, sondern dass die Planbarkeit in der Vergangenheit nicht so gegeben war.»
In Mainz, wo derzeit eine Großbaustelle zur Sanierung des Bahnknotens ist, seien erstmals Koordinatoren eingesetzt worden, die Fahrgäste vor Ort über den Bus-Ersatzverkehr informierten. Gearbeitet werde zudem an einer besseren Information im Störungsfall.
Generalsanierung von rechtsrheinischer Strecke ab Juni
Der nächste große Korridor, der saniert wird, ist die rechtsrheinische Strecke zwischen Wiesbaden und Troisdorf. Die Vorbereitungen auf die Sperrung vom 10. Juli bis 11. Dezember verliefen planmäßig, sagte Ertug. Ein umfangreicher SEV soll den Verkehr ersetzen.
Er selbst fahre regelmäßig mit der Bahn, sagte Ertug, der zuvor bereits für die Bahn tätig war, nachdem er für die SPD im Europaparlament saß. Dabei gebe es hin und wieder auch Verspätungen. «Um Termine pünktlich zu erreichen, plane ich entsprechenden Vorlauf ein.»