Weltweite Sicherheitslücke: Hessen nimmt Seiten vom Netz
Eine neu entdeckte, schwerwiegende Sicherheitslücke hat dazu geführt, dass zahlreiche Webseiten und Onlinedienste abgeschaltet wurden. Auch in Hessen waren viele Seiten nicht erreichbar.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Eine neu entdeckte weltweite Sicherheitslücke hat auch auf hessischen Internetseiten für Stillstand gesorgt. Aufgrund einer Sicherheitslücke in der Software PHP, die auch für die Webangebote der Landesregierung genutzt werde, seien technische Anpassungen nötig geworden, teilte die Staatskanzlei in Wiesbaden auf Anfrage mit. «In diesem Zusammenhang sind hessen.de sowie die Webseiten der Ministerien und der nachgeordneten Bereiche im Hessen-Web vorübergehend nicht erreichbar.»
Die Abschaltung sei rein vorsorglich erfolgt, um möglichen Sicherheitsrisiken entgegenzuwirken, hieß es. «Sobald die erforderlichen technischen Anpassungen abgeschlossen und die notwendigen Sicherheitsprüfungen erfolgt sind, werden die Webseiten wieder erreichbar sein.» Auch die Stadt Offenbach nahm nach eigenen Angaben mehrere technische Systeme vom Netz.
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schlägt Alarm
Von der Sicherheitslücke waren weltweit zahlreiche Webseiten und Onlinedienste betroffen. Es geht um die weit verbreitete Programmiersprache PHP, auf der ein Großteil des gesamten Internets basiert - von einfachen Blogs über große Nachrichtenportale bis hin zu komplexen Onlineshops und Content-Management-Systemen wie WordPress. Experten schätzen, dass allein mit WordPress weltweit zwischen 400 und 500 Millionen Webseiten betrieben werden.
Neben dem IT-Sicherheitsunternehmen Huntress und dem PHP-Sicherheitsteam schlägt auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Alarm und hat eine offizielle Cybersicherheitswarnung herausgegeben.