Wohnungswirtschaft: Wohnungsnot in Hessen spitzt sich zu
Vor allem in Städten ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Branchenexperten warnen: Die Lücke wird größer. Die Politik tue bisher nicht genug.
Frankfurt (dpa/lhe) - Die Wohnungswirtschaft warnt vor einem zunehmenden Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Hessen. «Schon jetzt gibt es viel zu wenig Wohnungen», sagte der Vorstand des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW Südwest), Axel Tausendpfund. «Die Baufertigstellungen reichen bei Weitem nicht aus, um daran etwas zu ändern. Und da auch nicht genügend neue Baugenehmigungen erteilt wurden, ist die Perspektive auf mehr Wohnungen in der Zukunft ebenfalls düster.»
Der Verband verwies erneut auf frühere Analysen, wonach in Hessen bis 2030 jährlich mehr als 26.000 neue Wohnungen benötigt werden, vor allem in kreisfreien Städten und Großstädten. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erteilten die Behörden nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baugenehmigungen für 8.025 Wohnungen. Trotz eines Anstiegs um 3,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum hinke Hessen hinterher, kritisierte der Verband. Stark gestiegene Baukosten bremsten die Entwicklung zudem.
Verband sieht Politik in der Pflicht
Mit der Novellierung der hessischen Bauordnung sei von der Landesregierung ein guter Weg eingeschlagen worden, um Bauen wieder schneller, einfacher und günstiger zu machen, lobte der Verband. Jetzt gehe es darum, die Vorschläge auch eins zu eins umzusetzen. «Die Devise der Politik muss lauten: Klare Vorfahrt für den Wohnungsbau, damit wieder mehr bezahlbare Wohnungen entstehen», forderte Tausendpfund.
Der VdW Südwest vertritt die Interessen von etwa 200 privaten und öffentlichen Unternehmen der Wohnungswirtschaft in Hessen und im südlichen Rheinland-Pfalz.