Zahl der fertiggestellten Wohnungen gestiegen
Mehr Fertigstellungen, weniger Genehmigungen: Die Frankfurter Bauaufsicht legt Zahlen für den Wohnungsbau vor. Zuwächse gibt es etwa beim Ausbau der Dachgeschosse.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - In Frankfurt wurden im vergangenen Jahr mehr Wohnungen fertiggestellt. Zugleich sank die Zahl der Baugenehmigungen auf dem angespannten Wohnungsmarkt der größten hessischen Stadt. Trotz enorm gestiegener Kosten seien 3661 Wohnungen fertig gebaut worden, das seien 24 Prozent mehr als im Jahr zuvor, sagte Planungsdezernent Marcus Gwechenberger. Derweil habe die schwache Baukonjunktur die Genehmigungen im Wohnungsbau beeinflusst: «Im Jahr 2023 erteilte die Bauaufsicht Frankfurt Baugenehmigungen für 3205 Wohneinheiten. Das sind 30 Prozent weniger als im Jahr zuvor, und es ist der niedrigste Wert seit 2010.»
Den Angaben zufolge wurden in den vergangenen zehn Jahren über 51.000 Wohnungen genehmigt, mehr als 9000 Wohnungen sind derzeit im Bau. Derzeit werde an einer Weiterentwicklung der Förderprogramme und an der Ausweisung weiterer Baugebiete gearbeitet, damit trotz der schwierigen Marktlage mehr Wohnungsneubauten beantragt würden, so der Dezernent.
Laut Bauaufsicht stammten 459 der genehmigten Wohnungen aus Büro- und Gewerbeumwandlungen, das entspreche etwa dem Vorjahreswert. Der Dachgeschossausbau legte demnach um 19 Prozent zu. Das sei erfreulich, unter anderem weil eine weitere Flächenversiegelung vermieden werde, sagte die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke.
Der Schutz vorhandenen Wohnraums sei erfolgreich gewesen: So hätten 75 illegal umgenutzte Wohnungen für den Markt zurückgewonnen werden können. Laut der Daten wurden 112 Anträge für eine legale kurzfristige Umnutzung von Wohnraum durch Feriengäste gestellt, von denen 74 genehmigt wurden. Das sei mehr als im Jahr 2022 aber deutlich weniger als 2018 und 2019, als die Zahlen mehr als doppelt so hoch gewesen seien.
Insgesamt fiel die genehmigte Bausumme im Jahr 2023 mit 721 Millionen Euro laut den Angaben deutlich unterdurchschnittlich aus. Der größte Bereich war der Wohnungsbau mit lediglich 212 Millionen Euro. Zweitgrößte Investitionskategorie waren die Rechenzentren mit 151 Millionen Euro. «Die Rechenzentren schoben sich somit erstmals auf Rang zwei», hieß es. Die Büros landeten auf Rang drei (139 Millionen Euro), die Kategorie Flughafen erreichte mit 79 Millionen Euro Platz vier.