Zikaden bedrohen Kartoffel- und Zuckerrübenernte
Erste Schilf-Glasflügelzikaden wurden auf Versuchsflächen entdeckt. Warum ihr Auftreten für Kartoffel- und Zuckerrübenanbau so problematisch ist.
Worms (dpa) - Die Zikaden-Flugsaison hat begonnen. Die ersten Schilf-Glasflügelzikaden seien am 3. Mai auf Leimtafeln auf Versuchsflächen in Eich am Rhein nachgewiesen worden, teilt der Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer mit. Der Pflanzenschädling bedroht zunehmend den Anbau von Kartoffeln und Zuckerrüben, aber auch anderer Gemüsekulturen, indem er Krankheiten überträgt.
«Die Schilf-Glasflügelzikade überträgt zwei bakterielle Erreger, die bei Zuckerrüben das sogenannte „Syndrom niedriger Zuckergehalte“ (SBR) und bei Kartoffeln die „Bakterielle Kartoffelknollenwelke“ (BKW) verursachen», heißt es vom Verband. Als Folge der Krankheiten ergäben sich massive Ertragsverluste bis hin zur vollständigen Unverwertbarkeit der Ernte. Besonders kritisch seien Qualitätsverluste bei Kartoffeln: «Durch steigende Zuckergehalte und Welkeprozesse werden Lagerfähigkeit sowie Verarbeitung zu Chips oder Pommes erheblich beeinträchtigt.»
Mit Schutz- und Monitoringzelten will der Verband den Einfluss verschiedener Kulturen und Zwischenfrüchte auf die Ausbreitung der Zikaden untersuchen, hieß es.