Zwischen Licht aus und Lichtblick: Fledermäuse in Hessen
Bei den Mopsfledermäuse in Osthessen gibt es einen Aufwärtstrend, doch Spezialisten wie die Bechsteinfledermaus kämpfen ums Überleben. Was Gartenbesitzer tun können, damit es nachts wieder flattert.
Wiesbaden/Fulda – 20 Fledermausarten leben nachweislich in Hessen, doch nur vier gelten derzeit als in gutem Zustand. «Die Situation der Fledermäuse in Hessen lässt sich tatsächlich nicht pauschal bewerten», sagt Expertin Melanie Albert vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Klar ist aber: Viele Arten kämpfen mit schwindenden Lebensräumen und weniger Insekten.
Ein regionaler Lichtblick kommt aus dem Landkreis Fulda – pünktlich zur kürzlich erfolgten Öffnung des über den Winter gesperrten Milseburgtunnels für Radfahrer. Bei den Kontrollen wurden insgesamt erstmals mehr als 500 Tiere in den Untertagequartieren wie Felsenkeller, Bergwerksstollen, alten Bunkern und Wasserbehältern gezählt.
Aufwärtstrend bei der Mopsfledermaus im Kreis Fulda
Besonders auffällig ist der anhaltende Aufwärtstrend bei der Mopsfledermaus. Mit 137 gezählten Tieren stellt sie inzwischen rund 28 Prozent des Bestands. «Im Landkreis Fulda sind 18 Fledermausarten bekannt, davon nutzen 12 Fledermausarten die 45 kontrollierten Untertagequartiere, um dort die kalte Jahreszeit zu verbringen», berichtet Stefan Zaenker von der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda.
Doch die gute Nachricht hat eine Kehrseite. Viele andere Arten bereiten den Fachleuten Sorgen. Während anpassungsfähige Arten wie die Zwergfledermaus noch vergleichsweise stabil sind, geraten Spezialisten unter Druck. So seien zum Beispiel die Bechsteinfledermaus und der Kleinabendsegler stark an alte, strukturreiche Laubwälder gebunden, erklärt HLNUG-Expertin Albert. Veränderungen – etwa durch intensive Forstwirtschaft – treffen sie besonders hart. Als Hauptprobleme gelten der Verlust von Quartieren und ein Rückgang an Insekten.
Das Land Hessen setzt auf Beobachtung und Schutzkonzepte: «Das HLNUG ist zuständig für das Monitoring der Arten und erstellt sogenannte Artenhilfskonzepte», berichtet Albert. Die Umsetzung übernehmen Naturschutzbehörden und der Landesbetrieb Hessenforst.
Was können Gartenbesitzer für die nächtlichen Jäger tun?
Auch im Kleinen können Naturfreunde die Fledermäuse unterstützen. «Naturnahe und strukturreiche Gärten mit heimischen Pflanzen fördern das Insektenangebot», sagt Albert. Ihr simpelster Tipp bleibt zugleich der eindringlichste: «Eine letzte und einfach umzusetzende Maßnahme: Licht aus!» Die nächtlichen Jäger seien an das Leben im Dunkeln angepasst. Künstliches Licht könne diese erheblich stören.