GRN-Klinik

Grüne Staatssekretärin Franziska Brantner besucht Weinheimer Klinik

Mit der geplanten Krankenhausreform stehen auch die GRN-Kliniken vor großen Veränderungen. Grüne Politiker aus dem Rhein-Neckar-Raum sprachen mit den Geschäftsführerinnen des Klinikverbundes über die Auswirkungen der Reform.

Politik-Besuch in der GRN-Klinik Weinheim: Anne-Kathrin Dorn, Andreas Marg, Dr. Maria Daub-Verhoeven, Dr. Franziska Brantner, Norbert Knopf, Katharina Elbs und Judith Masuch, Hermino Katzenstein und Fadime Tuncer (von links). Foto: privat
Politik-Besuch in der GRN-Klinik Weinheim: Anne-Kathrin Dorn, Andreas Marg, Dr. Maria Daub-Verhoeven, Dr. Franziska Brantner, Norbert Knopf, Katharina Elbs und Judith Masuch, Hermino Katzenstein und Fadime Tuncer (von links).

Viele Krankenhäuser sind in Sorge um die Auswirkungen der Krankenhausreform auf ihren Standort und leiden zudem unter einem Bündel an Herausforderungen wie Fachkräftemangel, gestiegenen Energiepreisen oder zunehmendem ökonomischem Druck. Doch neben Befürchtungen um den Verlust von Leistungsspektren oder Standortschließungen liegen in der Reform auch große Chancen.

Im Gespräch mit den GRN-Geschäftsführerinnen Katharina Elbs und Judith Masuch informierte sich eine Delegation grüner Abgeordneter um Franziska Brantner, Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, in Weinheim über die Situation vor Ort und diskutierte aktuelle Herausforderungen, aber auch die Perspektiven, die mit der Krankenhausreform insbesondere für kleinere Kliniken einhergehen können. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Die GRN-Klinik Weinheim garantiert vielen Patienten eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung. Foto: Philipp Reimer Photography
Die GRN-Klinik Weinheim garantiert vielen Patienten eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung.

Zentralisierung versus flächendeckende Versorgung

Als Klinikverbund mit vier Standorten im Rhein-Neckar-Kreis und zahlreichen weiteren Akteuren des Gesundheitssektors sind die GRN-Kliniken einer der wichtigsten Gesundheitsversorger in der Region. Umso wichtiger ist es den Geschäftsführerinnen, an einem zukunftsfähigen Konzept für die Gesundheitsversorgung beteiligt zu werden. „Das Gesundheitssystem braucht zusätzliche Investitionsmittel, um eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen und einen Ausgleich zwischen der Zentralisierung in der Stadt einerseits und einer flächendeckenden Versorgung im Landkreis andererseits zu schaffen“, bringt GRN-Chefin Katharina Elbs die vielfältigen Herausforderungen auf den Punkt.

Mit den Standorten in Sinsheim und Eberbach decken die GRN-Kliniken insbesondere auch den ländlich geprägten Nordosten des Landkreises ab. „Wir sehen uns als DEN Maximalversorger für den Rhein-Neckar-Kreis und als unverzichtbar für die Versorgung der Bevölkerung insbesondere im ländlichen Raum“, betont daher Elbs‘ Kollegin Judith Masuch.

Planung muss die gesamte Metropolregion berücksichtigen

Hermino Katzenstein, in dessen Wahlkreis sich die GRN-Standorte Sinsheim und Eberbach befinden, pflichtet ihr bei: „In einer ländlichen Region wie dem Odenwald sind die Versorgungsstrukturen dünner als in Ballungsräumen – umso größer wären die Auswirkungen für die gesamte Region, wenn das Klinikum in Eberbach, aber auch die Krankenhäuser in Buchen oder Mosbach schließen würden.“ Wenngleich die Umsetzung der Krankenhausreform Ländersache ist, ist die Gesundheitsversorgung in Rhein-Neckar vor allem an den räumlichen Gegebenheiten der Metropolregion und damit gemeinsam mit den Standorten in der Pfalz und in Südhessen zu denken. „Gerade hier im ,Drei-Länder-Eck‘ ist eine länderübergreifende und aufeinander abgestimmte Umsetzung der Reform von großer Bedeutung und hat unmittelbare Auswirkungen auf Erhalt und Qualität der Gesundheitsversorgung und damit für die Menschen“, betont daher Fadime Tuncer, die als Landtagsabgeordnete den Wahlkreis Weinheim vertritt.

Ein Plädoyer für die fachliche Spezialisierung kleiner Krankenhäuser im ländlichen Raum formuliert der Wieslocher Landtagsabgeordnete Norbert Knopf. „Überregional ausgerichtete Fachkliniken können sehr gut auch im ländlichen Raum verortet sein! Durch das Füllen von Marktlücken sind sie wirtschaftlich rentabel, attraktiv für hochqualifiziertes Fachpersonal und fungieren dabei weiterhin noch als regionale Grundversorger für die Menschen vor Ort“, erklärt Knopf, der Sprecher seiner Fraktion für Gesundheitswirtschaft ist.

Schulterschluss aller Beteiligten

Brantner plädiert für Schulterschluss aller Beteiligter „Mit den Beschlüssen zur Krankenhausreform bringen die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern ein dringend notwendiges Vorhaben voran“, ist Franziska Brantner überzeugt. Umso wichtiger sei es nun, bei der Umsetzung dieser Reform rasch Sicherheit für die Krankenhäuser und die Patientenversorgung zu schaffen.

„Im nächsten Schritt gilt es unter Einbezug aller relevanter Akteure zukunftsfähige Lösungen für die Region zu finden. Dafür wollen wir in das gemeinsame Gespräch zwischen Politik und Gesundheitsversorgern, auch über Landkreisgrenzen hinweg gehen“, so Brantner.

Alle Beteiligten sind sich einig: Eine zukunftsfähige, wirtschaftliche und am Interesse der Patienten ausgerichtete Gesundheitsversorgung für die Region lässt sich nur im Schulterschluss aller relevanten Akteure und über die Grenzen von Ländern und Landkreisen hinweg erreichen.