Umwelt

Natürlich mit der Weinheimer Kiste

Die Stadt Weinheim startet eine Aktion gegen Schottergärten. Dafür haben Experten aus der Stadtverwaltung Pflanzen zusammengestellt, die naturnah, schön und pflegeleicht sind. Was man über die Weinheimer Kiste wissen muss.

Tschüss Schotter, hallo Blütenmeer: In der Stahlbadstraße in der Weinheimer Weststadt ist schon zu sehen, wie sich die Pflanzen aus der Weinheimer Kiste im Beet machen. Foto: Stadt Weinheim/Roland Robra
Tschüss Schotter, hallo Blütenmeer: In der Stahlbadstraße in der Weinheimer Weststadt ist schon zu sehen, wie sich die Pflanzen aus der Weinheimer Kiste im Beet machen.

Schottergärten gelten als pflegeleicht und erfreuen sich großer Beliebtheit. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Gründen, die gegen einen Schottergarten sprechen. Schottergärten sind ökologisch praktisch wertlos und in Baden-Württemberg seit 2020 sogar gesetzlich verboten. Die Stadt Weinheim setzt jedoch statt auf Kontrolle und Verbot auf Information und ein attraktives Alternativangebot: die Weinheimer Kiste. Wir verraten, was es damit auf sich hat.

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Welche Gründe sprechen gegen Schottergärten?

Da meist unter der Schotterfläche ein Unkrautvlies eingebaut wird, existiert praktisch kein Bodenleben mehr. Insekten finden auf der Steinfläche keine Nahrung, Regenwasser kann schlecht versickern und die Fläche heizt sich an heißen Tagen stärker auf als ein begrünter Vorgarten. Schottergärten sind auf Dauer auch nicht pflegeleicht. Zwischen den Steinen sammelt sich organisches Material an, wodurch dich Unkräuter ansiedeln können.

Für wen ist die Weinheimer Kiste interessant?

Das Angebot der Weinheimer Kiste soll es Gartenbesitzern erleichtern, ihren Vorgarten naturnah, optisch ansprechend und pflegeleicht zu gestalten. Die Auswahl der Pflanzen wurde von den beteiligten Experten aus ökologischen und optischen Aspekten getroffen. „Die Eignung für Wildbienen und andere Insekten“, erklärt Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter, die die Weinheimer Kiste entwickelt hat, „wurde dabei genauso beachtet wie der Bezug zu regionalen Pflanzengemeinschaften.“

Was genau ist drin in der Weinheimer Kiste?

Es handelt sich um drei unterschiedliche Kisten und Pflanzenzusammenstellungen. Jeweils eine für den vollsonnigen, trockenen Standort, eine zweite für den schattigen und eine dritte für den mäßig sonnigen Standort. Alle drei Mischungen bestehen aus ausdauernden und langlebigen Stauden, die in unterschiedlichen Höhen und Mengenverhältnissen eingeplant wurden, um so eine langlebige und pflegereduzierte Pflanzung zu ergeben.

Gibt es auch Informationen zur Bepflanzung dazu?

Zur Weinheimer Kiste wurde ein Faltblatt entworfen, in dem der Käufer gezielte Pflanz- und Pflegeanleitungen erhält, bis hin zu einem Pflanzschema. Es gibt sogar Tipps und Hinweise von der Expertin zur Vorbereitung des Bodens und zu ergänzenden Pflanzungen. Auf der Internetseite der Stadt Weinheim ist zudem ein Video abrufbar, in dem detailliert erläutert wird, wie bei einer Staudenpflanzung vorzugehen ist.

Wo bekommt man die Weinheimer Kiste?

Als Kooperationspartner sind die Gärtnerei von Büren in der Stahlbadstraße 96 sowie der Globus Baumarkt in der Viernheimer Straße dabei. Dort kann man die Stauden erwerben und sich fachlich beraten lassen. In der Ahornstraße kann ein bereits im zurückliegenden Jahr angelegtes Pflanzbeet mit Stauden aus der Weinheimer Kiste für den sonnigen Standort bewundert werden.

Wo werden bei Interesse weitere Fragen beantwortet?

Für Fragen steht Antje Beckmann von der Grünflächenabteilung der Stadt Weinheim unter der Rufnummer 06201/82333 zur Verfügung.