Mallorca

Bierkönig-Opening: Volle Hallen und ausgelassene Stimmung

Volle Hallen, gute Laune und bekannte Hits: Beim Opening des Bierkönigs auf Mallorca warten viele lange auf den Moment – doch auch alte Probleme bleiben sichtbar.

Stimmung «unfassbar gut»: Im Bierkönig wird wieder gefeiert. Foto: Clara Margais/dpa
Stimmung «unfassbar gut»: Im Bierkönig wird wieder gefeiert.

Palma (dpa) - Auf Mallorca hat das viertägige Opening des Bierkönigs, einer der beiden großen Diskotheken am Ballermann, begonnen. «Es ist alles wie immer», sagt der Ballermann-Sänger Tim Toupet. Seine Worte lassen sich im positiven wie auch im negativen Sinne deuten. «Der Laden ist schon wieder rappelvoll», fügt Toupet hinzu. Für ihn sogar zu voll, um sich in Ruhe die Neuerungen im Lokal anzuschauen. 

Früher war der Partytempel in einen alten und einen neuen Bereich unterteilt, die mittlerweile «Platz» und «Halle» heißen. Letztlich wurden Bars, Imbissbuden und Bühnen ein wenig umgestellt. An den kaputten und klebrigen Fliesen auf dem Boden änderte sich nichts. «Für die Renovierungsarbeiten war es höchste Zeit. So wie ich das bei meinem ersten Auftritt kurz begutachten konnte, hat der «Bierkönig» das gut gemacht», sagt der Sänger, der nach dem Opening noch mal genauer hinschauen will. 

Zur Saisoneröffnung war der Bierkönig am Ballermann schon wieder gut besucht. Foto: Clara Margais/dpa
Zur Saisoneröffnung war der Bierkönig am Ballermann schon wieder gut besucht.

Stimmung «unfassbar gut» 

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Sänger Julian Sommer ist hellauf begeistert. «Beim Opening ist immer sehr viel los, spätestens am frühen Abend ist in den Läden Einlassstopp. Alle freuen sich wieder, dass es losgeht. Die Stimmung ist unfassbar gut. Es ist zwar voll und nicht billig, wird aber wieder grandios», ist er sich sicher. 

Sehnsucht nach Sonne, Strand und Urlaub auf der Insel. Foto: Clara Margais/dpa
Sehnsucht nach Sonne, Strand und Urlaub auf der Insel.

Die meisten Ballermann-Hits handeln von der Sehnsucht - nach Sonne, Urlaub und der Insel. Die Besucher beim Opening kennen die Texte auswendig, ihnen ist anzusehen, wie sie ein halbes Jahr auf diesen Moment gewartet haben. 

«Wir waren vor drei Jahren zufällig beim Opening dabei», sagen Stefan und Femke aus Flensburg. «Da sind wir regelrecht mit Herzschmerz abgereist und haben ein Mallorca-Fieber entwickelt.» Vom Norden Deutschlands ging es von kalten 1 Grad auf die etwa 25 Grad warme Mittelmeerinsel. 

Staatsanwalt um 13.00 Uhr blau 

«Hier kann ein Staatsanwalt um 13:00 Uhr besoffen feiern. In Deutschland geht das nicht», sagt der Flensburger, der seinen eigenen Job nicht verraten möchte. «Ob Anwalt oder Handwerker, das spielt an der Playa keine Rolle», ist sich der Norddeutsche sicher. 1.800 Euro hat das Paar für die zwei Wochen Urlaub bezahlt. «Das ist völlig in Ordnung», meint er zufrieden. 

Noch mehr Mallorca-Urlauber wegen Nahost-Kriegen und WM 

Sänger Toupet hatte noch befürchtet, dass die Urlauber wegen der gestiegenen Preise die Insel meiden könnten.«Das Geld sitzt scheinbar aber doch noch locker. Zumal die Lage im Nahost Mallorca umso attraktiver macht», gibt er zu bedenken. 

Dazu komme noch die Fußball-Weltmeisterschaft, ergänzt Sommer. «Es werden so oder so sehr viele Leute nach Mallorca kommen, es werden aber auch viele sagen: Es ist WM. Wo kann ich das auch cool gucken und feiern?» WM-Jahre seien für Mallorca immer Boom-Jahre, weiß der Sänger. 

«Führer»-Trikots und Taschendiebe 

Außerhalb des Bierkönigs sieht man hingegen die üblichen Probleme. Die sogenannte Schinkenstraße zum Meer ist gepflastert mit den Trikots der illegalen Straßenhändler. In der Auslage erscheint auch wieder das Trikot mit der Aufschrift «Führer» und der Nummer 44, die in der Schriftart eher nach «SS» aussieht. In Spanien sind die rechtsradikalen Symbole nicht verboten. 

Im Vorjahr verschwanden die Shirts kurzzeitig, da sich viele Urlauber darüber beschwerten. Nun sind sie wieder da. Polizisten, die die illegalen Straßenhändler abmahnen könnten, sind weit und breit nicht zu sehen. «Die Zahl an Taschendieben ist erschreckend», klagen auch die Urlauber aus Flensburg. «Da muss man echt aufpassen.»