Prozesse

Rulantica-Prozess - Kind aus Bad gelockt und missbraucht?

Ein Mädchen verschwindet aus dem Freizeitbad Rulantica – Stunden später taucht es hilflos und Kilometer entfernt wieder auf.

Noch ist unklar, ob sich der angeklagte Mann äußern wird. Foto: Matrtin Oversohl/dpa
Noch ist unklar, ob sich der angeklagte Mann äußern wird.

Freiburg (dpa) - Der Fall löste im vergangenen Sommer bundesweit Entsetzen aus: Ein sechsjähriges Mädchen verschwindet aus dem Erlebnisbad Rulantica im badischen Rust. Stunden später wird es mehrere Kilometer entfernt in einem Wald entdeckt - verletzt und nur mit Bikini und Badeschlappen bekleidet. Nun steht ein Mann in Freiburg vor Gericht, der das Kind damals aus dem Schwimmbad am Europa-Park gelockt und missbraucht haben soll.

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Dem 31-jährigen Rumänen wird unter anderem sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Zum Auftakt des Prozesses kündigte sein Anwalt an, der Mann werde sich im Fall einer Verständigung mit der Staatsanwaltschaft über ein Strafmaß zu jenem Sommerabend in Rust äußern. 

Erst nach zwei Stunden gefunden

Nach bisherigen Ermittlungen soll der Mann das Kind am Abend des 9. August vergangenen Jahres aus dem Bad gelockt und in ein nahegelegenes Maisfeld geführt haben. Dort soll er Kokain geschluckt und das Kind aufgefordert haben, ebenfalls davon zu nehmen – es habe die Substanz jedoch auf den Boden geworfen. Danach soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. 

Weil sich das Mädchen immer wieder gewehrt hatte, warf es der Mann in ein Gebüsch an einer Straße und entfernte sich, wie es in der Anklage heißt. Die Sechsjährige konnte sich selbst bis zur Ortschaft Kappel-Grafenhausen retten. Dort entdeckte ein Autofahrer sie und alarmierte die Polizei – rund zwei Stunden nach ihrem Verschwinden.

Der Verdächtige wurde etwa eine Woche später in seiner Heimat in Rumänien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Für den Prozess sind zunächst fünf weitere Termine angesetzt.