«Die Hope stirbt zuletzt»: Drama um Ostsee-Wal auf der Bühne
Die Rettungsversuche für den gestrandeten Wal in der Ostsee haben bundesweit viele Menschen über Wochen bewegt. Ein Theaterabend in Hamburg fragt: Wie wurde daraus ein nationales Drama?
Hamburg (dpa) - Das Drama um den mehrmals an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal kommt auf die Theaterbühne - am 11. Juli im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater. Regisseur Alexander Klessinger kündigte eine «Mischung aus Performance, Konzert, Messe und öffentlicher Selbstbefragung» an. Der Titel des Abends: «Die Hope stirbt zuletzt.»
«Aus Originalzitaten von Politikern, Wissenschaftlern, Aktivisten und Augenzeugen entsteht eine Messe für Timmy, für Hope», so Klessinger. Unter diesen beiden Namen war der Buckelwal in Deutschland bekanntgeworden.
«Die Hope stirbt zuletzt»
Theatermacher Klessinger konstatiert einen Ausnahmezustand rund um den Wal, der im März und April immer wieder strandete - erst vor Timmendorfer Strand, dann vor Wismar. «Millionen Menschen verfolgen sein Schicksal. Es wird gehofft, diskutiert, getrauert, demonstriert und gestritten – warum eigentlich?»
Schließlich lag der zwölf Tonnen schwere Meeressäuger in der flachen Kirchsee-Bucht der Insel Poel fest. Eine private Rettungsinitiative brachte den Wal in einer aufwändigen Aktion in einem großen Transportkahn in die Nordsee - das Tier überlebte die Aktion allerdings nur wenige Tage. Am 14. Mai wurde es tot vor der dänischen Ostseeinsel Anholt entdeckt.
Begleitet wird der Theaterabend den Angaben zufolge von der Berliner Band Tulpe, deren Song «Sprengt den Wal» zahlreiche Fans fand. Im Anschluss an die Aufführung ist ein Gespräch mit der Tierärztin Kirsten Tönnies geplant, die zum privaten Rettungsteam um die Finanziers Walter Gunz und Karin Walter-Mommert gehörte.