Hilfsorganisationen

Ärzte ohne Grenzen retten mehr als 300 Mittelmeermigranten

Auf einer gefährlichen Route im zentralen Mittelmeer kentern immer wieder Migranten mit ihren Booten. Eine europäische Seenotrettung gibt es nicht. Nun sind erneut Hunderte Menschen gerettet worden.

Migranten werden in den internationalen Gewässern vor der libyschen Küste von der Besatzung des Rettungsschiffs Geo Barents gerettet. Foto: Skye McKee/Ärzte ohne Grenzen via AP/dpa
Migranten werden in den internationalen Gewässern vor der libyschen Küste von der Besatzung des Rettungsschiffs Geo Barents gerettet.

Rom (dpa) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat mehr als 300 Migranten im Mittelmeer gerettet. Bei zwei Einsätzen innerhalb von zwölf Stunden holten die freiwilligen Helfer zunächst rund 300 Leute von einem überfüllten Holzboot auf ihr Schiff «Geo Barents». Nur kurz danach rettete die Crew weitere 36 Menschen, wie die Organisation am Dienstagmorgen bei Twitter mitteilte.

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Unter den Geretteten seien drei schwangere Frauen und 80 Minderjährige, inklusive zwei Neugeborener. Die Flüchtlinge und Migranten seien in der maltesischen Such- und Rettungszone entdeckt und aufgenommen worden, hieß es weiter.

Zivile Seenotrettungsorganisationen wie etwa Ärzte ohne Grenzen sind regelmäßig im zentralen Mittelmeer im Einsatz, wo sie Migranten von oft seeuntauglichen und überfüllten Booten holen. Die NGOs werfen Italien und Europa vor, keine staatliche Seenotrettung auf jener gefährlichen Route zu betreiben.

Die meisten Boote und Migranten, die aus eigener Kraft in die Nähe der italienischen Küste kommen, werden von der Küstenwache übernommen und an Land gebracht. Rom beklagt, dass es mit den vielen Tausend Migranten weitgehend alleingelassen wird und fordert eine europäische Initiative zusammen mit Staaten Nordafrikas, damit Menschen dort gar nicht erst in Boote steigen.