Südamerika

Lula stärkt Venezuelas Präsident den Rücken

Maduros Wiederwahl 2018 war von zahlreichen Ländern als undemokratisch kritisiert worden. Brasiliens Präsident empfindet das als «die absurdeste Sache der Welt».

Nicolas Maduro (l), Präsident von Venezuela, umarmt Brasiliens Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva (r) nach einer gemeinsamen Pressekonferenz. Foto: Gustavo Moreno/AP
Nicolas Maduro (l), Präsident von Venezuela, umarmt Brasiliens Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva (r) nach einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Brasília (dpa) - Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den autoritären venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro empfangen und seinem international umstrittenen Kollegen aus dem Nachbarland den Rücken gestärkt.

«Ich halte es für die absurdeste Sache der Welt, dass Leute, die die Demokratie verteidigen, bestreiten, dass Sie Präsident von Venezuela sind, nachdem Sie vom Volk gewählt wurden», sagte Lula nach dem Treffen. Maduros Wiederwahl 2018 war von zahlreichen Ländern als undemokratisch kritisiert worden. Viele Staaten - darunter auch die USA und Deutschland - erkannten daraufhin den oppositionellen Parlamentspräsidenten Juan Guaidó als legitimen Staatschef an.

Es war Maduros erster Besuch in Brasilien seit 2015. Lulas rechter Vorgänger Jair Bolsonaro hatte die diplomatischen Beziehungen zu Venezuela abgebrochen. Lula nahm sie kurz nach seinem Amtsantritt Anfang des Jahres wieder auf. «Möge niemand die Tür jemals wieder schließen. Brasilien und Venezuela müssen vereint sein, von jetzt an und für immer», sagte Maduro.

Gipfeltreffen am Dienstag

Für Dienstag lud Lula die Staats- und Regierungschef aus Südamerika zu einem Gipfeltreffen in Brasília ein, um die Union Südamerikanischer Nationen (Unasur) wiederzubeleben. Das Staatenbündnis war 2008 von dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und dem argentinischen Staatschef Néstor Kirchner gegründet worden. Wegen ideologischer Differenzen war die Gruppe in den vergangenen Jahren weitgehend gelähmt. Derzeit verfügt Unasur weder über einen Sitz, noch über einen Generalsekretär.

«Dieser Moment ist aus vielen Gründen wichtig, aber einer davon ist, dass Südamerika sich selbst davon überzeugen muss, dass wir wie ein Block arbeiten müssen. Niemand kann sich vorstellen, dass ein südamerikanisches Land allein seine Probleme lösen kann, die seit mehr als 500 Jahren bestehen», sagte Lula.