Vatikan

Papst an Lunge operiert - Bulletin am Abend erwartet

Mit Polizeieskorte lässt sich Leo XIV. in die Gemelli-Klinik bringen. Viele Menschen warten dort schon auf ihn. Dann beginnen die Ärzte damit, dem 71-Jährigen einen Knoten aus der Lunge zu entfernen.

Papst Leo XIV. unterzieht sich einer Operation zur Entfernung eines Lungenknotens. Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa
Papst Leo XIV. unterzieht sich einer Operation zur Entfernung eines Lungenknotens.

Rom (dpa) - Papst Leo XIV. hat sich einer Operation an der Lunge unterzogen. Nur zwei Tage nachdem der 71-Jährige bekanntgegeben hatte, dass bei ihm in der Lunge ein Knoten entdeckt worden sei, wurde er in der Gemelli-Klinik von Rom operiert, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das Krankenhaus im Nordwesten der italienischen Hauptstadt gilt als Klinik der Päpste. Auch Leos Vorgänger wurden dort behandelt, zuletzt Papst Franziskus, der im vergangenen Jahr gestorben war. 

Zum Verlauf der Operation gab es vom Vatikan zunächst keine Angaben. Erwartet wird, dass noch am Abend ein ärztliches Bulletin veröffentlicht wird. Leo erschien zu dem Eingriff in einem schwarzen Auto mit Polizeieskorte. Vor dem Krankenhaus wurde er von zahlreichen Schaulustigen im Empfang genommen. Auch drinnen hießen ihn viele willkommen. Der erste US-Amerikaner an der Spitze von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken winkte und lächelte zuversichtlich.

Ungewöhnliche Offenheit 

Leo werde von einem Ärzteteam unter der Leitung des Professors Stefano Margaritora operiert, hieß es vom Heiligen Stuhl. Der gebürtige US-Amerikaner - mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost - hatte am Sonntag überraschend bekanntgegeben, dass in seiner Lunge ein Knoten entdeckt worden sei - in einem «sehr frühen Stadium» und «gut lokalisiert». Dem Rat der Ärzte folgend habe er sich entschlossen, den Knoten operativ entfernen zu lassen.

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Damit zeigte Leo eine Offenheit im Umgang mit gesundheitlichen Problemen, wie das für Päpste nicht selbstverständlich ist. Der Vatikan hielt früher den Gesundheitszustand der Kirchenoberhäupter streng unter Verschluss, solange die Leiden nicht offensichtlich waren - und manchmal auch noch dann. Bislang galt Leo als gesundheitlich fit. Bekannt ist, dass er sich mit Tennis, Schwimmen und Gymnastik in Form hält. 

Knoten in Lunge kann unterschiedliche Ursachen haben

Ein Knoten in der Lunge kann sehr unterschiedliche Ursachen haben: zurückliegende Entzündungen oder Infekte, gutartige Wucherungen - aber auch Lungenkrebs oder Metastasen eines Tumors an anderer Stelle im Körper. Endgültige Klärung, ob ein Knoten gutartig oder bösartig ist, bringt oft erst eine Gewebeprobe. Viele zufällig entdeckte Knoten sind nicht krebsartig.

Offiziell wurde nicht bekanntgegeben, welcher Art von Eingriff sich der Papst unterzieht. Bei der Entfernung eines einzelnen Lungenknotens sind ernste Komplikationen prinzipiell eher selten. Das Risiko hängt aber auch davon ab, wie groß der Eingriff ist und wie gut Lunge und Herz funktionieren.

Etwa eine Woche Erholung nach dem Eingriff

Vatikan-Sprecher Matteo Bruni hatte vor der Operation erklärt, nach dem Eingriff brauche Leo etwa eine Woche Erholung. In der Gemelli-Klinik gibt es einen extra für Aufenthalte von Päpsten vorgesehenen Trakt. Wegen Renovierungsarbeiten ist Leo Medienberichten zufolge jedoch nicht in dem dazugehörigen Papst-Zimmer untergebracht.

Wegen des Krankenhausaufenthaltes wurden alle Audienzen des Papstes bis einschließlich 20. Oktober abgesagt. Damit entfällt auch ein Termin am Mittwoch zum Abschlussgottesdienst auf dem Petersplatz des internationalen Bischofstreffens zu Ehe und Familie im Vatikan.

Große Lateinamerika-Reise geplant

Im November steht für Leo eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Teil der Reise ist auch ein Besuch der Stadt Cusco in 3.400 Metern Höhe. Bei einigen Besuchern führt die Höhe zu Atemproblemen und zur Höhenkrankheit.