Frankreich-Besuch

Papst verurteilt Gesetze zu Sterbehilfe

Bei seinem Besuch in Lourdes richtet Leo XIV. einen deutlichen Appell an die Ärzteschaft: «Was legal ist, ist nicht zwangsläufig auch sittlich erlaubt.»

Für anderthalb Tage ist Leo in Lourdes zu Besuch. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Für anderthalb Tage ist Leo in Lourdes zu Besuch.

Lourdes (dpa) - Papst Leo XIV. hat jede Form aktiver Sterbehilfe in deutlichen Worten verurteilt. Bei einem Besuch im französischen Marien-Wallfahrtsort Lourdes richtete das Oberhaupt der katholischen Kirche einen Appell an die Ärzteschaft und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen. Der Sinn ihrer Berufung bestehe darin, «sich um einen leidenden Menschen zu kümmern und nicht darin, ihn zu beseitigen».

Leo fügte hinzu: «Es ist unmöglich, das Herbeiführen des Todes als normal anzusehen. Was legal ist, ist nicht zwangsläufig auch sittlich erlaubt. Der Versuchung, unter dem Vorwand falschen Mitleids das Leben zu beenden, muss gerade im Namen dieser unveräußerlichen Würde des Menschen entschieden widerstanden werden.» Niemand habe das Recht, «auf der Grundlage von labortechnischen Algorithmen» über Leben zu entscheiden.

Sterbehilfe in mehreren europäischen Ländern erlaubt

Das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken bezog sich mit seiner Kritik auf gesetzliche Regelungen zur Sterbehilfe in verschiedenen europäischen Ländern wie den Niederlanden oder Belgien. Auch die französische Nationalversammlung hatte in diesem Sommer nach langen Debatten mit großer Mehrheit ein Gesetz zur aktiven Sterbehilfe verabschiedet. 

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Der Marien-Wallfahrtsort Lourdes ist die vorletzte Station von Leos Frankreich-Besuch. Am Montag reist der Papst weiter nach Metz unweit der deutsch-französischen Grenze. Dort will er eine Europa-Rede halten.