Staatskrise

Südkorea: Inhaftierter Präsident soll angeklagt werden

Als Präsident rief er das Kriegsrecht aus - und löste damit eine Staatskrise in Südkorea aus. Nun soll sich Yoon vor Gericht verantworten

Die Ermittler der Anti-Korruptionsbehörde CIO haben den Fall Yoon Suk Yeol an die Staatsanwaltschaft übergeben. Foto: JEON HEON-KYUN/Pool EPA/AP/dpa
Die Ermittler der Anti-Korruptionsbehörde CIO haben den Fall Yoon Suk Yeol an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Seoul (dpa) - Der inhaftierte südkoreanische Präsident Yoon Suk Yeol soll nach dem Willen des Korruptionsermittlungsbüros CIO wegen des Verdachts des Aufruhrs und Machtmissbrauchs angeklagt werden. Dies hat das CIO der Staatsanwaltschaft empfohlen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Das Büro selbst hat keine Befugnis, Anklage zu erheben.

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Yoon hatte am 3. Dezember in einem Haushaltsstreit mit der Opposition kurzfristig das Kriegsrecht ausgerufen und damit sein Land in eine tiefe Staatskrise gestürzt. Der 64-Jährige rechtfertigte sein Vorgehen als legitime Maßnahme, um die Nation vor angeblich «staatsfeindlichen Kräften» in der Opposition zu schützen.

Yoon befindet sich seit vergangener Woche in Untersuchungshaft. Zudem läuft beim Verfassungsgericht ein Amtsenthebungsverfahren gegen den suspendierten Präsidenten.